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vor einem Monat
Generative KI
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JPMorgan nutzt Dashboards für KI-Ranking

Die US-amerikanische Bank JPMorgan Chase überwacht die Nutzung künstlicher Intelligenz durch ihre Ingenieure mit einem ausgeklügelten System interner Dashboards. Der Vorstandsvorsitzende Jamie Dimon hat die Einführung von KI in der Bank maßgeblich vorangetrieben, doch nun wird der Druck auf die Mitarbeiter gesteigert. Entwickler in der rund 65.000 Personen umfassenden Global Technology Division werden aufgefordert, Qualität und Menge ihres Codes durch den Einsatz von KI-Tools nachweislich zu verbessern. Um diesen Fortschritt zu messen, hat das Institut Tools entwickelt, die Ingenieure nach ihrem Umgang mit Plattformen wie GitHub Copilot und Claude von Anthropic bewerten und in Ranglisten einordnen. Die interne Analyse zeigt, dass etwa 70.000 Mitarbeiter über Zugriff auf Copilot verfügen, wobei Ende März rund 24.000 als aktiv registriert waren. Die Systeme kategorisieren Nutzer basierend auf ihrer Nutzungshäufigkeit als „wenig", „mäßig" oder „stark" sowie nach ihrer geographischen Lage und direkten Berichterstattungslinie. Berichte von aktuellen und ehemaligen Entwicklern deuten auf erhebliche Verunsicherung hin. Einige Mitarbeiter berichten, dass Führungskräfte sie direkt darauf hingewiesen haben, nicht als „KI-Nutzer" wahrgenommen zu werden, und sie aufforderten, die Tools intensiver zu nutzen. In internen Kommunikationskanälen wurden Warnungen verbreitet, wonach Nutzer auf eine Art „Negativliste" gesetzt werden könnten, falls ihre Aktivität nicht ausreiche. Die Logik dahinter basiert auf einer Formel, die proaktive Aktionen wie das Einreichen von Prompts höher bewertet als das bloße Akzeptieren von vom KI-System generiertem Code. Diese täglichen Interaktionen werden aggregiert, um vierteljährliche Vergleiche mit dem Median der jeweiligen Abteilung zu ermöglichen. Ein Sprecher von JPMorgan bestreitet zwar, dass diese Daten direkt in die Leistungsbewertung der Mitarbeiter einfließen. Vielmehr diene die Datenerhebung dazu, die Effektivität der KI-Investitionen zu messen und gezielte Schulungsangebote zu entwickeln. Dennoch bleibt die Sorge bestehen, dass die Überwachung das Arbeitsumfeld verändert. Experten wie Sameer Gupta von EY weisen darauf hin, dass eine solche individuelle Überwachung in der Branche ungewöhnlich ist, da sie meist nur auf Team-Ebene erfolgt. Er vergleicht die Situation mit der Überwachung der Anwesenheitszeit in Videokonferenzen, was bei den meisten Arbeitnehmern auf Unbehagen stößt. Die Initiative von JPMorgan steht nicht isoliert da. Auch andere Technologie- und Finanzkonzerne setzen zunehmend auf klare Ziele zur KI-Einführung, um die Rendite ihrer Investitionen zu belegen. Doch während KI in der Theorie Arbeitsprozesse erleichtern soll, berichten viele Entwickler, dass sich die Erwartungen an ihre Leistung und Arbeitsgeschwindigkeit deutlich erhöht haben. Die Transparenz der neuen Überwachungsmethoden, gepaart mit der Unsicherheit über bevorstehende Umstrukturierungen, verstärkt bei einigen Mitarbeitern die Angst, als weniger leistungsfähig eingestuft zu werden. Die Bank versucht, die Macht dieser Werkzeuge durch das Zusammenspiel von Personal, Prozessen und Technologie voll auszuschöpfen, wobei die praktische Umsetzung jedoch erhebliche psychologische Auswirkungen auf die Belegschaft hat.

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