Meta verstärkt Roboterprojekt mit Top-Manager aus Smartglasses-Team
Meta verstärkt seine jüngsten Bemühungen im Bereich Robotik, indem es hochkarätige AI- und Hardware-Experten aus dem Bereich Wearables in das neue Robotik-Team verlegt. Li-Chen Miller, bislang Produktmanagerin für Smart Glasses bei Meta, darunter die Prototypen der Orion-Augmented-Reality-Brillen, wurde zur ersten Produktmanagerin der neu geschaffenen Robotics-Gruppe innerhalb von Reality Labs ernannt. Ihr Wechsel wurde in einem internen Post und später auf LinkedIn bestätigt. In ihrer Abschiedsnachricht an das Wearables-Team schrieb sie: „Nach Abschluss unserer 2025-Produkte fühlt es sich seltsam an, Wearables zu verlassen – aber ich bin begeistert, der erste PM im Robotics-Team von RL zu werden. Auf geht’s, RoboCats der Zukunft!“ Miller war zentral für die Entwicklung von Meta’s Smart Glasses-Strategie und hatte vor ihrem Eintritt bei Meta bei Microsoft an Produkten wie dem Xbox-System gearbeitet. Ihr Einstieg bei Meta erfolgte nach einem gezielten Kalt-E-Mail-Anschreiben an Alex Himel, damals Leiter der Wearables-Abteilung, mit konkreten Verbesserungsvorschlägen für die Ray-Ban Smart Glasses – ein Schritt, der ihre strategische Denkweise unterstrich. Ihr Wechsel ist ein klares Signal dafür, dass Meta die Robotik nicht länger als Nebenprojekt betrachtet, sondern als Kernbereich seiner Zukunftsausrichtung. Im Frühjahr hatte Meta eine spezialisierte Robotik-Abteilung innerhalb von Reality Labs eingerichtet, geleitet von Marc Whitten, dem ehemaligen CEO von Cruise. Ziel ist die Entwicklung humanoider Roboter, die Alltagsaufgaben im Haushalt übernehmen können. Aktuell sind rund 40 Stellen im Bereich Robotik bei Meta ausgeschrieben – darunter eine Direktorin für Produktoperationen, AI-Forschungswissenschaftler zur Entwicklung datengetriebener Robotik-Paradigmen und mehrere Software-Ingenieure. Zu den hochkarätigen Neuzugängen gehören auch Sangbae Kim, ein renommierter Roboterforscher von der MIT, den Meta-CTO Andrew Bosworth als „besten taktischen Roboterforscher derzeit“ bezeichnete, sowie Jinsong Yu, der Software-Architekt der Orion-Brillen. Ning Li, eine 15-jährige Meta-Veteranin, leitet nun die Robotik-Engineering-Abteilung seit Februar. Die Robotik-Initiative ist eng mit Meta’s breiteren KI-Ambitionen verknüpft. Die neue Abteilung arbeitet eng mit dem von Alexandr Wang geleiteten Superintelligence-Lab zusammen, um ein „Weltmodell“ zu entwickeln, das präzise, dexteröse Bewegungen von Robotern ermöglicht. Das Projekt „Metabot“, das intern als humanoider Roboter entwickelt wird, ist Teil einer umfassenderen Vision, in der KI und physische Interaktion miteinander verschmelzen. Obwohl Meta bisher keine konkreten Produktankündigungen gemacht hat, unterstreicht der gezielte Aufbau des Teams und die Rekrutierung von Experten die strategische Bedeutung des Bereichs. Industrieanalysten sehen in diesem Schritt eine Antwort auf die wachsende Konkurrenz von Google, Amazon und Tesla im Robotik- und KI-Sektor. Die Integration von KI, Augmented Reality und physischer Interaktion könnte Meta in Zukunft in der Lage versetzen, nicht nur virtuelle, sondern auch physische Umgebungen zu steuern – ein entscheidender Vorsprung in der nächsten Generation der digitalen Interaktion.
