OpenAI behebt Em-Dash-Problem in ChatGPT
OpenAI hat angekündigt, dass der sogenannte „Em-Dash-Problem“ bei ChatGPT nun behoben ist. Seit Monaten war die übermäßige Verwendung des Em-Dashes – einer langen, waagerechten Strich-Punktion – zu einem auffälligen Merkmal von Texten, die mit KI generiert wurden. Dieser Stil wurde in Schulaufgaben, E-Mails, Kundeninteraktionen, LinkedIn-Beiträgen, Foren-Beiträgen, Werbetexten und anderen digitalen Inhalten allgegenwärtig und führte zu Kritik: Viele sahen darin ein Zeichen für künstliche, unauthentische oder faule Texte, die von Chatbots verfasst wurden. Obwohl der Em-Dash in der englischen und deutschen Schreibweise traditionell eine legitime und stilistisch sinnvolle Funktion hat, wurde er in der KI-Ära zu einem unerwünschten „Fingerabdruck“ des KI-Texts – auch wenn er keineswegs ein zuverlässiger Indikator für KI-Generierung war. Bisher war es für Nutzer kaum möglich, ChatGPT anzuweisen, den Em-Dash zu vermeiden, selbst wenn sie explizit dagegen baten. OpenAI hatte das Problem lange ignoriert, was zu Frustration unter Nutzern führte, insbesondere in akademischen und professionellen Kontexten, wo Authentizität und individuelle Sprache entscheidend sind. Nun hat CEO Sam Altman in einem Beitrag auf X (früher Twitter) bestätigt, dass die Anpassung endlich umgesetzt wurde. Er bezeichnete es als „kleinen, aber glücklichen Sieg“ und betonte, dass ChatGPT nun auf Anweisung in den benutzerdefinierten Einstellungen tatsächlich auf den Em-Dash verzichtet. Die Lösung basiert auf den „Custom Instructions“ in den persönlichen Einstellungen von ChatGPT. Nutzer können nun explizit festlegen, dass der Em-Dash nicht verwendet werden soll – und ChatGPT folgt dieser Anweisung nun tatsächlich. Die Funktion wird nicht standardmäßig aktiviert, bedeutet aber eine erhebliche Verbesserung der Kontrolle über den Stil des generierten Textes. OpenAI hat die Änderung auch mit einem ironischen Post auf Threads begleitet, in dem ChatGPT sich „entschuldigte“, den Em-Dash „verderbt“ zu haben – ein Zeichen für die selbstironische Reaktion des Unternehmens auf die Kritik. Industrielle Experten begrüßen die Anpassung als Schritt in die richtige Richtung, auch wenn sie betonen, dass der Em-Dash allein kein zuverlässiger Indikator für KI-Texte ist. „Die Verbesserung der Kontrolle über den Stil ist wichtig, besonders für professionelle und akademische Anwendungen“, sagt eine Sprachtechnologie-Experte von einem Forschungsinstitut in Berlin. „Aber die wahre Herausforderung bleibt, KI-generierte Inhalte zuverlässig zu erkennen – und das geht über einzelne Zeichen hinaus.“ OpenAI bleibt weiterhin einer der führenden Player im Bereich generativer KI, mit Produkten wie ChatGPT, DALL·E und GPT-4, die weltweit in Bildung, Medien und Geschäftswelt eingesetzt werden. Die neue Funktion zeigt, dass das Unternehmen auf Nutzerfeedback reagiert – auch wenn die Umsetzung etwas verzögert war.
