Tesla-Aktionäre billigen Musk-Abgeltung – Jubel und Kritik gleichzeitig
Tesla-Aktionäre haben am Donnerstag eine Rekordvergütung für CEO Elon Musk in Höhe von einer Billion US-Dollar genehmigt, die an die Erfüllung strenger Leistungsziele über zehn Jahre geknüpft ist. Mit 75 Prozent der Ja-Stimmen setzte sich das Paket durch, das die Verbindung zwischen Musk und dem Erfolg des Unternehmens unterstreicht. Auf der Bühne, flankiert von einem tanzenden Optimus-Roboter, bezeichnete Musk die Entscheidung als „neues Buch“ der Tesla-Geschichte. Anschließend stieg der Tesla-Aktienkurs um 2 Prozent im After-Hours-Handel, während das Unternehmen auf X (ehemals Twitter) mit „We love y'all“ reagierte. Die Befürworter des Pakets sehen darin eine strategische Stärkung der Führung. Wedbush-Analyst Dan Ives bezeichnete Musk als „Kriegs-CEO“, der Tesla durch die kritische Phase der KI-Revolution führen soll. Er betonte, dass die Milliardenvergütung keineswegs automatisch ausgeschüttet wird, sondern nur bei Erreichung von fünf Kernzielen – darunter 20 Millionen Fahrzeuglieferungen, zehn Millionen aktive FSD-Abonnements, eine Million Optimus-Roboter und eine Million robotaxis im kommerziellen Betrieb – freigesetzt wird. Gene Munster von Deepwater Asset Management begrüßte die Entscheidung als Signal an Musk: Er bleibt engagiert, und Investoren unterstützen ihn auch bei schwierigen Quartalen – was die Marktkapitalisierung stabilisieren könnte. Gegner des Pakets warnen jedoch vor einem gefährlichen Machtgefälle. Die Investmentgruppe SOC Investment Group kritisierte, dass Tesla durch bezahlte Social-Media-Kampagnen, Fernsehspots und externe Berater eine „außergewöhnliche Kampagne“ gegen die Opposition geführt habe. Sie sieht darin ein Versagen der Unternehmensführung und fordert stärkere Unabhängigkeit und Transparenz. Der New York State Comptroller Thomas DiNapoli nannte das Paket „Gehalt für ungezügelte Macht, nicht für Leistung“ und warnte vor einem CEO, der „keinem Rechenschaft ablegen muss“. Auch die Industrieorganisation Safe Autonomous Vehicles Everywhere (SAVE) warnte vor einem Risiko: Die finanziellen Anreize könnten dazu führen, dass teilautonome Fahrzeuge und Robotaxis vor vollständiger Sicherheit auf die Straßen gesetzt werden. „Es gibt nichts im Paket, das Sicherheit fördert“, sagte Kampagnenleiterin Shua Sanchez. Die Entscheidung stellt eine kritische Frage nach der Balance zwischen Führungskraft und Unternehmenskontrolle. Während Musk als Innovator gefeiert wird, bleibt die Debatte um Governance und Risikomanagement weiterhin offen.
