Nutzer wechseln von ChatGPT zu Claude – so migrieren Sie Ihre Daten und löschen Ihr Konto
Viele Nutzer wechseln von ChatGPT zu Claude, nachdem eine Reihe von Kontroversen um OpenAI und seine Geschäftspraktiken die Vertrauensbasis erschüttert hat. Der entscheidende Wendepunkt kam, als Anthropic, der Entwickler von Claude, eine Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium ablehnte – insbesondere für die Nutzung von KI-Modellen im Bereich massenhafter Überwachung oder vollautonomer Waffen. Daraufhin verhängte Präsident Trump ein Verbot für alle Bundesbehörden, Anthropic-Produkte zu nutzen, und Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte an, das Unternehmen als Lieferkettenrisiko einzustufen. Kurz darauf gab OpenAI ein eigenes Abkommen mit dem Pentagon bekannt, das angeblich Schutzmechanismen enthalte – doch auch dieses wurde kontrovers diskutiert, besonders hinsichtlich Datenschutz und ethischer KI-Nutzung. Infolge dessen stieg Claude innerhalb kürzester Zeit auf Platz eins der kostenlosen Apps im US-App-Store von Apple, während ChatGPT an Popularität verlor. Laut Anthropic erreichten die täglichen Anmeldungen neue Rekorde, die Zahl der kostenlosen Nutzer stieg seit Januar um über 60 Prozent, und die Zahl der zahlenden Abonnenten hat sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Für viele Nutzer ist Claude nun eine ethisch überzeugendere Alternative. Wer den Wechsel vollziehen möchte, kann seine Daten aus ChatGPT übertragen, um nicht von vorne anzufangen. In den Einstellungen von ChatGPT findet man unter „Personalisierung“ und „Memory“ die Möglichkeit, gespeicherte Informationen zu überprüfen und zu aktualisieren. Für eine vollständige Übertragung wählt man „Daten steuern“ und dann „Daten exportieren“. ChatGPT generiert eine ZIP-Datei mit Chatverläufen in Text- oder JSON-Format und sendet sie per E-Mail zu. Der Prozess kann bei umfangreichen Datensätzen einige Zeit dauern. Alternativ kann man auch manuell wichtige Gespräche kopieren oder ChatGPT bitten, eigene Präferenzen, Themen und Custom-Instructions zusammenzufassen. Die Übertragung in Claude ist einfach: Nach dem Anmelden aktiviert man in den Einstellungen unter „Fähigkeiten“ die Funktion „Memory“ – dies erfordert jedoch ein Pro-, Max-, Team- oder Enterprise-Abonnement. Anschließend startet man ein neues Gespräch und verwendet einen Prompt wie: „Hier ist wichtiges Kontextwissen, das du dir merken sollst. Aktualisiere dein Wissen über mich mit diesem Inhalt.“ Danach fügt man die gesammelten Informationen ein. Rohdaten aus Export-Dateien sollten nicht direkt eingefügt werden, sondern zuerst von Claude summarisiert werden, z. B. mit dem Prompt: „Analysiere dies und fasse meine wichtigsten Präferenzen zusammen.“ Abschließend sollte man prüfen, ob die Informationen korrekt übernommen wurden, und jederzeit Anpassungen vornehmen. Um eine vollständige Trennung von ChatGPT herzustellen, reicht das Kündigen des Abonnements nicht aus. Die Daten bleiben weiterhin gespeichert. Um dies zu verhindern, muss man die Kontodatenverwaltung nutzen und den vollständigen Löschungsprozess initiieren, der in den Datenschutzeinstellungen verfügbar ist. Nach der Bestätigung wird das Konto und alle zugehörigen Daten endgültig entfernt. Industrieanalysten sehen in diesem Wechsel eine signifikante Verschiebung im Markt für KI-Tools – nicht nur aus technischen, sondern auch aus ethischen Gründen. Claude gewinnt an Glaubwürdigkeit, da Anthropic klarere Grenzen bei staatlicher Nutzung zieht. OpenAI hingegen steht unter Druck, seine Partnerschaften transparenter zu gestalten. Für Nutzer bedeutet dies: Die Wahl einer KI-Plattform ist zunehmend auch eine Entscheidung über Werte und Vertrauen.
