Google stellt neues Lerntool in Gemini vor, um Studierende zu unterstützen
Google hat mit Gemini eine neue Funktion namens „Guided Learning“ eingeführt, die darauf abzielt, Nutzern nicht nur schnelle Antworten zu liefern, sondern ihnen wirklich zu helfen, komplexe Themen zu verstehen. Laut CEO Sundar Pichai fungiert der Modus als „Lernbegleiter“, der durch gezielte Fragen und schrittweise Unterstützung das Verständnis fördert. Die Antworten können Bilder, Videos und interaktive Quizze enthalten, um das Lernen anschaulicher und effektiver zu gestalten. Google hat sich dabei mit Schülern, Lehrkräften, Forschern und Lernexperten zusammengetan, um sicherzustellen, dass die Funktion auf wissenschaftlich fundierten Lernprinzipien basiert. Die Einführung folgt auf die Ankündigung von OpenAI, die Studienfunktion (Study Mode) für ChatGPT zu erweitern, die ebenfalls darauf abzielt, kritisches Denken zu fördern und nicht nur Antworten zu liefern. Beide Entwicklungen reagieren auf Bedenken, dass KI-Tools dazu genutzt werden, um Aufgaben zu „auszulöschen“ und somit den Lernprozess zu untergraben. Mit Guided Learning soll KI stattdessen als echter Lernpartner dienen, der die „Warum“- und „Wie“-Aspekte von Konzepten aufzeigt. Obwohl die Funktion vor allem für die Schule relevant ist, kann sie auch bei der Arbeit an wissenschaftlichen Arbeiten oder persönlichen Interessen wie Fotografie helfen. Neben der neuen Funktion verbessert Google auch die allgemeine Lernunterstützung in Gemini. Die KI integriert nun automatisch Bilder, Diagramme und YouTube-Videos in ihre Antworten, um komplexe Themen besser verständlich zu machen. Außerdem können Nutzer nun auf Anfrage Lernkarten und Studienmaterialien basierend auf Quizergebnissen oder Kursunterlagen erstellen lassen. Zusätzlich kündigte Google an, dass Studierende ab 18 Jahren in den USA, Japan, Indonesien, Südkorea und Brasilien bis zum 6. Oktober kostenlos ein Jahr lang Zugang zum Google AI Pro Plan erhalten. Dieser bietet erweiterten Zugriff auf Versionen wie Gemini 2.5 Pro, NotebookLM, Veo 3 und Deep Research. Ziel ist es, Studierenden die Möglichkeit zu geben, die Kraft der KI für ihre Bildung optimal zu nutzen. Zusätzlich investiert Google über drei Jahre hinweg eine Milliarde US-Dollar in die amerikanische Bildung, darunter Programme zur KI-Grundbildung, Forschungsförderung und Cloud-Computing-Ressourcen. Diese Maßnahmen sollen nicht nur den Zugang zu KI-Technologien verbessern, sondern auch sicherstellen, dass sie als Werkzeug für echtes Lernen und nicht nur für das Ausweichen von Aufgaben eingesetzt werden. Die neue Funktionen von Google und OpenAI zeigen, wie stark KI-Unternehmen daran arbeiten, ihr Image als Hilfsmittel zur Cheating-Vermeidung zu verändern und stattdessen als echte Lernpartner zu positionieren. Ob Studierende diese neuen Funktionen tatsächlich nutzen werden, bleibt abzuwarten – doch die Bemühungen zeigen, dass KI in der Bildung zunehmend als Werkzeug für tiefgreifendes Verständnis, nicht nur für schnelle Antworten, gedacht wird.
