Microsoft kündigt 5.000 Stellen in Xbox und Vertrieb ab
Microsoft hat rund 4.800 Stellen gestrichen, was etwa 2,1 Prozent der globalen Belegschaft entspricht. Die Kürzungen treffen vor allem den Xbox-Bereich und den kommerziellen Vertrieb. Amy Coleman, EVP und Chief People Officer, betonte in einer Mitarbeitermitteilung, dass sich die Arbeitsweise durch technologische Veränderungen, insbesondere durch Künstliche Intelligenz, grundlegend wandle. Zwar würden die wegfallenden Positionen nicht direkt durch KI ersetzt, doch führe die Automatisierung von Aufgaben zu einem verstärkten Anpassungs- und Weiterbildungsdruck. Besondere Auswirkungen hat die Restrukturierung auf Xbox. CEO Asha Sharma bezeichnete die Maßnahmen als die gravierendste Umstellung in der Geschichte der Division. Aufgrund der im Vergleich zu Wettbewerbern niedrigeren Margen und eines anhaltenden Hardware-Rückgangs sei ein strategischer Neustart unverzichtbar. Bisherige Initiativen wie das Game-Pass-Abomodell oder die Expansion in Multi-Platform-Inhalte hätten nicht das erwartete Wachstum erzielt. Die Führungsstruktur soll von derzeit 14 auf maximal drei bis fünf Ebenen reduziert werden. Helen Chiang wird zur Chief Operating Officer ernannt und übernimmt die gesamtverantwortliche Steuerung über Inhalte, Hardware, Plattform und Dienste. Der Fokus der Division verschiebt sich auf Kern-IPs wie Minecraft und Candy Crush, während weitreichende kreative Experimente zugunsten effizienterer Wertschöpfungsketten zurückgefahren werden. Im Zuge der Umstrukturierung wechseln vier Spielestudios das Management oder den Status. Compulsion Games und Double Fine Productions werden als eigenständige Studios weitergeführt, während Ninja Theory und Undead Labs unter neue Eigentümer mit spezifischer Finanzierung für bestehende und neue Projekte wechseln sollen. Insgesamt sind bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 rund 3.200 Stellenabbau bei Xbox geplant. Microsoft betonte parallel, dass bereits mehr als 4.000 Mitarbeiter in den vergangenen Monaten umgeschult oder intern neu positioniert wurden. Die Personalabbauwelle korrespondiert mit strategischen Investitionen in KI. Parallel zu den Kürzungen hat Microsoft seine neue Geschäftseinheit Frontier Company aufgelegt, die Enterprise-KI-Lösungen bereitstellt und mit 2,5 Milliarden Dollar unterlegt ist. Diese Entwicklung fügt sich in einen branchenweiten Trend ein: Bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2026 verzeichneten Tech-Unternehmen wie Meta, Oracle, Amazon und Cognizant insgesamt etwa 154.000 Stellenabbau. Microsoft führt selbst bereits mehrere Kürzungsrunden, nachdem im Vorjahr rund 15.000 Mitarbeiter betroffen waren und im April dieses Jahres freiwillige Trennungsmodelle für etwa 5.500 Beschäftigte angeboten wurden. Die aktuellen Maßnahmen zielen darauf ab, die Ressourcen auf künftige Wachstumsfelder zu konzentrieren und die Organisation an die sich schnell verändernde technologische Landschaft anzupassen.
