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Wayve gründet KI-Labor für Anwendungen jenseits von Autonomiefahrzeugen

Wayve, ein britisches Start-up für Software zur Entwicklung autonomer Fahrzeuge, hat die Gründung des Wayve Labs angekündigt. Dieses neue Forschungsinstitut soll sich über die reine Mobilitätsbranche hinaus erstrecken und die nächste Generation künstlicher Intelligenz erforschen. Geleitet wird das Lab von Jamie Shotton, dem Chefwissenschaftler des Unternehmens und ehemaligem Microsoft-Manager mit einem Doktortitel in Computer Vision der Universität Cambridge. Die Einrichtung konzentriert sich auf embodied intelligence, also KI-Systeme, die in der Lage sind, die physische Welt zu verstehen und darin aktiv zu handeln. Shotton, der seit fast fünf Jahren bei Wayve tätig ist, erklärte, dass das Ziel darin besteht, das Unternehmen auf eine neue Ebene zu heben und Szenarien für die kommenden fünf Jahre zu antizipieren. Das Institut wird untersuchen, wie Maschinen Raum, Bewegung, Ursache-Wirkungs-Beziehungen und Risiken begreifen lernen. Dabei steht das Lernen aus den Konsequenzen von Handlungen sowie der Umgang mit unstrukturierten und komplexen Situationen im Fokus. Wayve hat derzeit keine Pläne, die Forschungsergebnisse des Labors unmittelbar zu kommerzialisieren. Das neue Forschungszentrum besteht bereits aus mehreren Dutzend Mitarbeitern und wird in Kürze um weitere KI-Forscher und Maschinenbau-Ingenieure erweitert, die in den Hauptsitzen in London, Vancouver und im San Francisco Bay Area tätig sind. Die Mitarbeiter sollen Forschungsergebnisse veröffentlichen und neue Modelle entwickeln. Diese Erweiterung geht auf die Einsicht zurück, dass Ingenieurteams in der Praxis oft nicht die nötige Zeit haben, sich tiefgründig mit zukünftigen Entwicklungen zu beschäftigen. Das Labor soll diese Lücke schließen, indem es Forscher zusammenbringt, um Erfahrungen aus dem autonomen Fahren auf andere Formen der Robotik zu übertragen. Die Gründung knüpft zudem an die Ursprünge von Wayve an. Das Unternehmen wurde 2017 von den Cambridge-Studenten Amar Shah und Alex Kendall gegründet, die überzeugt waren, dass man Autos mit künstlicher Intelligenz trainieren kann, anstatt auf manuell codierte Regeln oder hochdetaillierte Karten angewiesen zu sein. Diesen heute weitgehend akzeptierten Ansatz vertritt Wayve weiterhin als Softwarelieferant, im Gegensatz zu Unternehmen wie Tesla oder Waymo, die eigene Flotten von Robotaxis aufbauen. Wayve liefert die Technologie an andere Hersteller. Die finanziellen Grundlagen für diese Expansion wurden bereits im Februar gesichert, als Wayve eine Finanzierungsrunde von 1,5 Milliarden US-Dollar abschloss. Zu den Investoren zählen Großkonzerne wie Microsoft, Nvidia, Uber sowie Automobilhersteller wie Mercedes-Benz, Nissan und Stellantis, wodurch das Unternehmen auf eine Bewertung von 8,6 Milliarden US-Dollar eingeschätzt wurde. Ein bestehender Vertrag mit Uber sieht vor, dass ab diesem Jahr autonome Fahrzeuge von Wayve in über zehn Märkten weltweit über die Uber-Plattform angeboten werden, beginnend mit London. Jamie Shotton betonte, dass Wayve durch Zugriff auf die großen Datenmengen, Rechenressourcen und das Budget aus dem autonomen Fahren eine hervorragende Position für diese zukunftsorientierte Forschung innehat.

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