Sony nutzt KI für neue Frames in Spielen
Mark Cerny, der Hauptarchitekt der PlayStation 5 und der PS5 Pro, bestätigte gegenüber Digital Foundry, dass KI-gestützte Technologien zur Erzeugung neuer Bildrahmen künftig auf PlayStation-Plattformen integriert werden sollen. Bei diesem Verfahren nutzt maschinelles Lernen künstlich neue Zwischenbilder zwischen den tatsächlich gerenderten Frames, um eine flüssigere Bildwiedergabe zu erzielen. Der Nachteil dieses Ansatzes besteht darin, dass er typischerweise eine gewisse Latenz, also eine Verzögerung, verursacht. Auf PCs wird diese Methode von Kritikern häufig als das Erzeugen von „gefälschten Frames" bezeichnet. Cerny erwähnte zudem, dass die nächste Konsolengeneration, die PS6, frühestens 2027 erscheinen wird. Dementsprechend ist auch der Einsatz der neuen KI-basierten Bildgenerierungstechnologie erst für diesen Zeitraum oder später vorgesehen. Der Architekt gab an, dass in diesem Jahr keine weiteren Releases dieser Technologie geplant sind und er sich freue, das Thema später ausführlicher diskutieren zu können. Sollte sich die Markteinführung der PS6 verzögern, könnte Sony versuchen, durch diese Software-Upgrades die Leistung der bestehenden PS5 Pro zu steigern. Bereits heute bietet die PS5 frame generation durch AMD FSR3 in einigen Spielen an. Der entscheidende Unterschied zu dem nun angekündigten Verfahren liegt jedoch in der Nutzung von maschinellem Lernen. Während FSR3 lediglich zwischen existierenden echten Frames interpoliert, „träumt" die KI der Zukunft neue Inhalte, um Lücken zu füllen. Hersteller von Grafikkarten wie Nvidia und AMD warnen jedoch davor, diese Technik als Allheilmittel für niedrige Bildraten zu sehen. Damit der Effekt funktioniert, ist eine relativ stabile Ausgangsbildrate notwendig. In der Praxis zeigen sich die Stärken dieser Technologie daher besonders auf leistungsstarken Systemen mit hohen Bildraten, während sie auf Handheld-Geräten mit oft nur 30 bis 40 Bildern pro Sekunde weniger effektiv sein kann. Trotz dieser Einschränkungen bleibt es eine Option, die bei spezifischen Anwendungsfällen die Nutzererfahrung verbessern kann. Die Ankündigung von Cerny markiert einen weiteren Schritt in der Evolution der Konsolengrafik, bei dem künstliche Intelligenz eine zentralere Rolle bei der Optimierung des visuellen Erlebnisses spielt, auch wenn die technischen Herausforderungen durch Latenz weiterhin bestehen.
