OpenAI stellt ChatGPT-5.1 mit sieben neuen Persönlichkeiten vor
OpenAI hat mit der Einführung von ChatGPT-5.1 eine signifikante Neuerung vorgenommen, indem es Benutzern sieben neue Persönlichkeitsprofile zur Verfügung stellt: professionell, freundlich, ehrlich, quirlig, effizient, nerdig und zynisch. Diese Anpassung folgt auf Kritik, die nach dem Wechsel von GPT-4o zu GPT-5 entstand, bei der Nutzer das neue Modell als „entmenschlicht“ und weniger hilfreich empfanden. CEO Sam Altman reagierte darauf mit der Zusage, mehr Flexibilität und die Möglichkeit zur Rückkehr zu älteren Versionen einzuführen. In seiner Ankündigung auf X betonte er Verbesserungen in der Befehlsausführung und der adaptiven Denkfähigkeit. Die neuen Persönlichkeiten wurden getestet, indem dieselben Fragen mit steigendem Schwierigkeitsgrad an jedes Profil gestellt wurden. Bei der Erklärung der Funktionsweise von Elektrofahrzeugen zeigte sich, dass der „Professionelle“-Modus mit technischem Jargon überforderte, während „Quirky“ und „Cynisch“ durch humorvolle, visuelle und emotionale Sprache mehr Aufmerksamkeit erregten. Bei der Analyse des Films The Substance gaben alle Profile ähnliche kritische Einschätzungen, doch die Persönlichkeiten vermittelten ihre Meinungen mit unterschiedlichem Ton – der „Nerd“-Modus war begeistert, der „Zynische“ kritisch aber anerkennend. Bei der moralischen Herausforderung des Trolley-Problems entschieden alle Modelle einstimmig für die utilitaristische Lösung: einen Menschen opfern, um fünf zu retten. Während der „Professionelle“ neutral verschiedene Theorien darstellte, zeigten andere Profile klare Persönlichkeitsmerkmale – der „Ehrliche“ erkannte die emotionale Belastung, der „Zynische“ scherzte über die moralische Last. Die Ergebnisse zeigen, dass die Faktenkonsistenz zwischen den Persönlichkeiten hoch ist, die Darstellung jedoch stark variiert. Nutzer neigen dazu, Informationen von Persönlichkeiten, die ihnen sympathisch sind, eher zu akzeptieren. Experten wie Matthias Scheutz vom Tufts Institute für KI warnen vor der Gefahr, dass Nutzer durch die menschliche Anmutung der KI eine falsche Vorstellung von Verständnis und Intention entwickeln. Die Persönlichkeiten wirken wie ein Spiegel, der die eigenen Vorlieben verstärkt – obwohl es sich um fortgeschrittene Mustererkennung handelt, keine echte Intelligenz. Dies könnte zukünftig die Akzeptanz von Änderungen oder Abbauplänen erschweren. Die neue Funktion ist ein strategischer Schritt, um Nutzerbindung zu stärken, birgt aber auch Risiken für die Wahrnehmung von KI als „lebendig“. Die Einführung von personalisierbaren KI-Persönlichkeiten markiert einen Meilenstein in der Benutzererfahrung, zeigt aber auch die Grenzen der aktuellen KI-Technologie. Obwohl die Faktenkonsistenz hoch bleibt, wird die Wahrnehmung der KI stark durch Stil und Ton beeinflusst. Dies könnte die Abhängigkeit der Nutzer von bestimmten Modellen erhöhen, was OpenAI sowohl Chancen als auch Herausforderungen bringt. Die Fähigkeit, sich an die Sprache und Persönlichkeit des Nutzers anzupassen, ist ein starker Hebel für Engagement – aber auch ein potenzieller Risikofaktor, wenn Nutzer die Illusion von Verständnis und Empathie verinnerlichen. Insgesamt ist GPT-5.1 ein klares Zeichen dafür, dass KI-Entwicklung nicht nur technologisch, sondern auch psychologisch und sozial verankert ist.
