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Big Brands setzen auf Anti-AI-Kampagnen, um Authentizität zu zeigen

Inmitten der zunehmenden Kritik an künstlicher Intelligenz (KI) setzen große Marken auf eine ungewöhnliche Strategie: Sie positionieren sich bewusst als „anti-AI“ – nicht, um die Technologie abzulehnen, sondern um Emotionen und Authentizität zu vermarkten. In New York, nahe Apple-Stores und Googles Hauptsitz, tauchten plakatartige Aussagen auf, die KI verspotteten: „KI kann keinen Sand zwischen deinen Zehen erzeugen“ oder „Niemand sagt im Sterben: Ich hätte mehr Zeit auf meinem Handy verbracht.“ Diese Werbung stammt von Polaroid und promotet den analoge Flip-Kamera, die als Symbol für menschliche, unverfälschte Erfahrung dient. Patricia Varella, Kreativdirektorin bei Polaroid, betont: „Als analoger Markenname haben wir uns erlaubt, diese Diskussion zu übernehmen.“ Die Bewegung breitet sich aus. Heineken wirbt mit dem Slogan „Der beste Weg, einen Freund zu finden, ist über ein Bier“ – eine klare Ablehnung von KI-gestützten Smartwatches wie dem „Friend“-Band. Aerie, der Bekleidungsmarkt, machte mit seiner Ankündigung, keine KI in ihren Werbungen zu verwenden, seinen beliebtesten Instagram-Post der letzten zwölf Monate. In Indien lancierte Cadbury 5 Star eine satirische Kampagne namens „Make AI Mediocre Again“, bei der absichtlich sinnlose Websites erstellt wurden, um KI-Scrapper zu täuschen. Auch DC Comics hat sich klar positioniert: Künstlerchef Jim Lee erklärte, dass das Unternehmen keine KI-generierten Geschichten oder Kunstwerke unterstützen werde. Diese Strategie ist eine Reaktion auf eine wachsende Skepsis gegenüber KI – besonders unter der Generation Z, die Gründe wie Umweltschutz und mentale Gesundheit nennt. Auch im Büroalltag wächst der Widerstand gegen den Zwang, KI zu nutzen. Doch die wirtschaftlichen Vorteile der Technologie sind immens: KI spart Zeit und Kosten. So bleibt die Balance schwierig. Für viele Marken ist es nun eine Frage der Identität: Soll man sich der KI anschließen oder sich von ihr abheben? Denn KI-Werbeinhalte stoßen oft auf Ablehnung. Coca-Cola wurde 2023 für eine Weihnachtskampagne kritisiert, die künstlich generierte Polarbären, leuchtende Trucks und grinsende Gesichter zeigte – als „seelenlos“ und „kalt“. Toys „R“ Us nutzte OpenAIs Sora, um den verstorbenen Firmengründer Charles Lazarus als Kind zu reanimieren – ein Fehlschlag, der Empörung auslöste. H&M, Skechers und Guess ernteten ähnliche Kritik für KI-Modelle, die anstelle von Menschen in Werbung auftauchten. Experten wie Haley Hunter von der Agentur Party Land erklären: „Junge Menschen wollen Unperfektion, Authentizität, Echtheit. Sie wollen keine perfekte, aber emotionale Leere.“ Eine Umfrage des Pew Research Centers zeigt: 50 % der Amerikaner sind besorgt über den Einsatz von KI im Alltag – ein Anstieg von 37 % seit 2021. 57 % sehen hohe gesellschaftliche Risiken, vor allem die Gefahr, menschliche Fähigkeiten und Beziehungen zu schwächen. Daten von DAIVID und NielsenIQ bestätigen: Obwohl KI-Werbung oft Aufmerksamkeit erzeugt, löst sie weniger tiefe emotionale Bindung aus und führt häufig zu Misstrauen. Besonders bei menschlichen Gesichtern und Bewegungen fühlt sich das Gehirn „verrutscht“ – weil es Authentizität erkennt, selbst wenn sie nur subtil ist. Trotzdem sind große Agenturen wie WPP, Publicis und Omnicom weiterhin stark in KI investiert, um Kreativität zu unterstützen und Effizienz zu steigern. Doch für viele Marken ist klar: In einer Welt der Überproduktion an digitalen Inhalten kann die Rückkehr zur Analogie eine starke emotionale Waffe sein. Wie Varella sagt: „Es ist die Unvollkommenheit, die uns menschlich macht – und das wollen wir erinnern.“

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