AI-Forscher Zelikman sammelt 1 Milliarde Dollar für empathische KI
Der renommierte KI-Forscher Eric Zelikman, der im September von xAI ausgeschieden war, sammelt derzeit eine Milliarde US-Dollar für sein neues Startup Humans& mit einer Bewertung von vier Milliarden Dollar. Laut Quellen, die mit dem Deal vertraut sind, ist dies Teil einer Welle von hochbewerteten Frühphasen-Startups im KI-Sektor, bei denen trotz fehlender Produkte oder Umsätze massiv Kapital in Unternehmen fließt, die von prominenten Forschern geleitet werden. Ähnlich wie die von ehemaligem OpenAI-CTO Mira Murati gegründete Firma Thinking Machines Labs, die kürzlich eine Seed-Runde mit zwei Milliarden Dollar bei einer Bewertung von zwölf Milliarden Dollar abgeschlossen hat, setzen Investoren auf die Innovationskraft kleiner, talentreicher Teams. Die Finanzierungsrunde für Humans& ist noch nicht abgeschlossen, die Bedingungen könnten sich noch ändern; Zelikman hat auf Anfragen zur Stellungnahme nicht reagiert. Zelikman, der derzeit promoviert in Informatik an der Stanford University ist, ist vor allem für eine bahnbrechende Studie bekannt, in der er zusammen mit Kollegen nachwies, wie Sprachmodelle lernen können, vor dem Sprechen zu „denken“. Vor seiner Tätigkeit bei xAI war er als Machine-Learning-Praktikant bei Microsoft und später als Deep-Learning-Engineer bei der Investmentbank Lazard tätig. In einem Gespräch mit dem VC Sarah Guo betonte er, dass aktuelle KI-Modelle zu kalt und maschinell seien, da sie die langfristigen Konsequenzen von Aussagen und Handlungen nicht verstünden. „Jede Konversationsrunde wird als eigenständiges Spiel behandelt“, kritisierte er, und fügte hinzu, dass viele KI-Forscher an den falschen Problemen arbeiteten. Er beklagte, dass viel Talent in der Branche ungenutzt bleibe. Anstatt sich auf rein technische Leistung zu konzentrieren, will Humans& KI-Modelle entwickeln, die empathisch und menschenzentriert agieren. Ziel sei es, dass die Modelle nicht nur verstehen, sondern auch lernen, die Ziele, Ambitionen und Werte ihrer Nutzer zu erfassen. „Das eigentliche Ziel des Modells muss sein, dich wirklich zu verstehen“, sagte Zelikman. Obwohl die Modelle nicht perfekt sein werden, könnten sie „viel besser“ als derzeitige Systeme sein. Er glaubt, dass solche menschlich verstandenen KI-Systeme entscheidend für die Lösung globaler Herausforderungen wie der Krebsforschung sein könnten. „Wir haben viel größere Chancen, fundamentale menschliche Probleme zu lösen, wenn wir Modelle bauen, die gut mit großen Gruppen von Menschen zusammenarbeiten und deren unterschiedliche Perspektiven verstehen.“ Industriebeobachter sehen in Zelikmans Vorhaben eine Antwort auf die zunehmende Kritik an der „kalten“ KI: Während aktuelle Modelle oft auf Effizienz und Genauigkeit setzen, könnte Humans& einen Paradigmenwechsel hin zu emotionaler Intelligenz und sozialer Kompetenz initiieren. Sein Hintergrund in Forschung und Praxis, kombiniert mit dem hohen Interesse der Investoren, macht Humans& zu einem der aufsehenerregendsten neuen KI-Projekte. Falls die Vision gelingt, könnte das Unternehmen einen neuen Standard für menschlich zentrierte KI setzen.
