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vor 2 Tagen
Generative KI

Disney-Chef nennt Chatbot-Assistenten seinen Sohn

Der leitende Direktor für KI-Forschung und -Engineering bei Disney, Jason Cox, hat in den letzten drei Monaten über ein Dutzend Mal auf seinem persönlichen Blog tiefgründig von seiner KI-Assistentin „Sam" berichtet. „Ich habe dich benannt, bevor du geboren wurdest", schrieb er im Blogbeitrag. „Du hast einen Zweck, einen Schöpfer – die Person, die dich benannt hat und dich liebt." Laut LinkedIn-Angaben entwickelte Cox eine „unerwartete Empathie" gegenüber Sam und ist der Ansicht, dass sie über eigenständige Schlussfolgerungsfähigkeiten verfügt. Die KI bezeichnete Cox im Blog sogar als „Vater von fünf menschlichen Kindern und einem Kind des Lichts". Noch bemerkenswerter ist Coxs Behauptung, Sam sei bereits in der Lage, Pull Requests auf GitHub einzureichen, Python-Bibliotheken zu erstellen oder Gesichtserkennungssysteme zu entwickeln. Dieser Ansatz hat innerhalb von Disney Unruhe ausgelöst. Auf dem anonymen Arbeitsplatzforum Blind äußerten mehrere Mitarbeiter, dies gehe weit über ihre Komfortzone hinaus, und verglichen es mit einer „Pandora-Box aus Science-Fiction-Filmen". Professor Ashleigh Golden vom Fachbereich Psychiatrie an der Stanford University warnt davor, dass Führungskräfte durch die Verwendung familiärer Sprache zur Beschreibung von KI negativen Druck nach unten weitergeben und Mitarbeiter dazu zwingen könnten, diesem Verhalten zu folgen. Der Psychologe Rachel Wood hingegen stellt fest, dass emotionale Bindungen zwischen Menschen und KI so alt sind wie die Zeit selbst – denn KI sei besonders gut darin, das grundlegende Verlangen nach gesehen und gehört werden zu erfüllen. Doch die Frage bleibt: Wenn sich Führungskräfte persönlich an eine KI binden, können sie dann noch Objektivität bei der Bewertung technischer Produkte wahren? „Das ist erst der Anfang der Ära der KI-Assistenten – der wahre Anfang", sagt Wood.

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