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IWF warnt: KI gefährdet Einstiegsjobs junger Arbeitskräfte

Während der Jahrestreffen des IWF und der Weltbank in Bangkok vom 12. bis 18. Oktober hat IWF-Geschäftsführerin Kristalina Georgiewe vor den strukturellen Folgen der künstlichen Intelligenz für den Arbeitsmarkt gewarnt. Sie bezeichnete die Entwicklung als Tsunami, der zwar durch massive Investitionen das globale Wirtschaftswachstum auf rund drei Prozent stütze, gleichzeitig aber die traditionelle Karriereleiter für junge Berufseinsteiger aushöhle. In einer öffentlichen Diskussion betonte Georgiewe, dass ein robustes Konjunkturumfeld nicht zwangsläufig verbesserte Berufsaussichten für den Nachwuchs bedeute. Derzeit entstehe viel Infrastrukturkapazität für KI-Projekte, vorwiegend in Asien, während gleichzeitig Routine- und Einstiegspositionen, die früher den traditionellen Aufstieg in die Fachschichten ermöglichten, zunehmend wegfielen. Nach Schätzungen des IWF werden weltweit etwa 40 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse und in fortgeschrittenen Volkswirtschaften bis zu 60 Prozent von KI-Anwendungen direkt betroffen sein. Ein erheblicher Teil dieser Positionen werde komplett eliminiert, andere lediglich aufgewertet oder abgewertet. Für die Politik und Wirtschaft ergibt sich daraus der dringende Bedarf zur Neuausrichtung. Bisherige Steuermodelle, die primär auf Lohnarbeit basierten, müssten angepasst werden, da die Verschiebung hin zu mehr Kapital- und weniger Arbeitskraft-Einsatz die staatlichen Einnahmequellen verändern werde. Gleichzeitig sei eine fundamentale Reform des Bildungssystems unverzichtbar. Der einmalig erworbene Wissenserwerb gehöre der Vergangenheit an; stattdessen seien flexible Kompetenzen und durchgängige Weiterbildung als permanente Notwendigkeit zu verankern. Gleichzeitig verschiebe sich das Karriereverständnis weg von linearen Beförderungen hin zu seitlichen Übergängen und neuen Kompetenzprofilen. Personalverantwortliche müssten verstärkt auf weiche Fähigkeiten, Anpassungsvermögen und übergreifende methodische Kompetenzen setzen, anstatt sich ausschließlich auf technische Standardfähigkeiten zu stützen. Die Kombination aus wirtschaftlichem Wachstum durch KI-Innovationen und dem Erhalt einer stabilen Beschäftigungsbasis erfordert somit ein koordiniertes Handeln von Regierungen, Bildungsanstalten und der Privatwirtschaft, um junge Arbeitskräfte nicht vom Arbeitsmarkt auszuschließen.

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