Sam Altman: Anthropic nutzt Angst für Claude
Sam Altman, CEO von OpenAI, hat in einem neuen Podcast-Interview das neue KI-Modell von Anthropic, genannt Claude Mythos, scharf kritisiert. Altman warf dem Konkurrenzunternehmen vor, mit einer auf Ängsten basierenden Marketingstrategie zu werben, um den Zugang zur Technologie einzuschränken und Kunden in ein künstliches Sicherheitsdilemma zu manövrieren. Während eines Gesprächs mit dem Podcaster Ashlee Vance erklärte Altman, dass Anthropic die Präsentation des Modells wie das Angebot einer Bombe und gleichzeitig einer teuren Schutzunterkunft darstelle. Er bezog sich dabei auf die Entscheidung von Anthropic, Claude Mythos nicht der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sondern den Zugang exklusiv für eine handvoll ausgewählter Unternehmen zu reservieren. Als Reaktion auf diese Strategie argumentierte Altman, dass solche Maßnahmen oft darauf abzielen, die Kontrolle über die künstliche Intelligenz in den Händen einer kleinen, selbsternannten Vertrauensgruppe zu behalten. Er räumte zwar ein, dass es legitime Sicherheitsbedenken gebe, warnte jedoch davor, dass Ängste als primäres Instrument genutzt werden, um eine monopolartige Kontrolle zu rechtfertigen. Im direkten Kontrast dazu verteidigte Altman die Offenheit und Transparenz von OpenAI. Er betonte, dass OpenAI zwar weiß, dass es Modelle geben wird, die potenziell gefährlich sein könnten, sich aber dafür entschieden hat, solche Technologien so breit wie möglich und unter klaren Verantwortungsstrukturen zu veröffentlichen. Das Ziel sei es, die gesamte Menschheit an den Fortschritt zu beteiligen und nicht wenige privilegierte Akteure. OpenAI plane, die Welt für maximale Erfolge aufzustellen, anstatt sie durch exklusive Zugangsbeschränkungen zu behindern. Anthropic hatte kurz zuvor erklärt, den vollständigen Release von Claude Mythos zunächst auszusetzen, da das Modell zu effektiv darin sei, Sicherheitslücken in der Cybersicherheit zu identifizieren. Stattdessen wurde das Projekt Glasswing ins Leben gerufen, über das nur elf große Organisationen, darunter Google, Microsoft, Amazon, Nvidia und JPMorgan Chase, eine begrenzte Einsicht erhielten. Darüber hinaus deutete Altman an, dass die öffentliche Rhetorik von Anthropic und anderen Labors in der Branche teilweise für die Anschläge auf sein Eigenheim verantwortlich gemacht werden könnte. Er verwies auf die düstere Zukunftsvisionen und das „Doomerism", das in der Branche verbreitet sei, sowie auf die Art und Weise, wie einige Wettbewerber über OpenAI sprächen. Diese Bemerkungen werden voraussichtlich die bereits angespannte Konkurrenz zwischen Altman und Dario Amodei, dem CEO von Anthropic und ehemaligen Mitarbeiter von OpenAI, weiter verschärfen. Die Auseinandersetzung spiegelt einen grundsätzlichen Konflikt wider: während OpenAI auf einen breiten, kooperativen Ansatz setzt, favorisiert Anthropic bisher einen restriktiveren Weg, der durch Sicherheitsbedenken und selektive Freigaben gerechtfertigt wird.
