AI-geführte Maritime-Sicherheit: Technik und Politik im Fokus
Strahinja „Strajo“ Janjusevic, ursprünglich aus Montenegro, hat eine außergewöhnliche akademische und berufliche Laufbahn eingeschlagen, die sich an der Schnittstelle von Technologie, Sicherheit und Politik bewegt. Nach seiner Auswahl für ein Programm, das ausländische Studierende aus Verbündeten in die USA schickt, absolvierte er am U.S. Naval Academy in Annapolis einen dualen Bachelor in Cyber Operations und Informatik. Dort gewann er wertvolle Erfahrungen in Zusammenarbeit mit der US-Militär- und NSA-Infrastruktur sowie Praktika bei Microsoft und NASA, wo er Werkzeuge für Cloud-Response-Systeme und Datenvisualisierungen für Sonnenforschung entwickelte. Nach seinem Abschluss erkannte er, dass er tiefere Kenntnisse in Künstlicher Intelligenz und Cybersecurity benötigte – ein Bedarf, den das Technology and Policy Program (TPP) an der MIT Institute for Data, Systems, and Society (IDSS) erfüllte. Im Rahmen seines Masterstudiums arbeitet Janjusevic am MIT Laboratory for Information and Decision Systems (LIDS) und im MIT Maritime Consortium an der Verbesserung der Cybersecurity kritischer maritimer Infrastrukturen. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Anwendung von KI, insbesondere tiefen Lernmodellen und physikalischen Trajektorienmodellen, zur Erkennung von GPS-Spoofing-Angriffen auf Schiffe. Diese Angriffe können Schiffe in Konfliktzonen absichtlich von ihrem Kurs abbringen und gravierende Sicherheits- und wirtschaftliche Folgen haben. Sein hybrider Ansatz kombiniert einen LSTM-Autoencoder zur Analyse der Signalintegrität mit einem physikalisch fundierten Vorhersagemodell, das Wind, Wellen und andere Umweltfaktoren berücksichtigt. Durch den Vergleich der vorhergesagten mit den gemeldeten Positionen kann das System zwischen echten Störungen und kriminellen Angriffen unterscheiden – ohne menschliche Operatoren zu ersetzen, sondern ihnen verlässliche Daten zur Entscheidungsfindung zu liefern. Im Sommer 2025 absolvierte er ein Praktikum bei Vectra AI, einem führenden Unternehmen für AI-basierte Netzwerksicherheit. Dort erforschte er Sicherheitsrisiken neuer Technologien wie agenter KI und des Model Context Protocol (MCP), das die Kommunikation zwischen KI-Agenten standardisiert. Sein Beitrag, veröffentlicht als Preprint „Hiding in the AI Traffic: Abusing MCP for LLM-Powered Agentic Red Teaming“, zeigt auf, wie solche Systeme missbraucht werden könnten, um autonome Hacking-Operationen zu betreiben. Diese Erkenntnisse flossen direkt in seine Forschung zu Anomalieerkennung ein. Janjusevic bringt nicht nur technisches Know-how, sondern auch eine internationale Perspektive mit, die durch seine Herkunft aus Montenegro und seine Arbeit im internationalen MIT Maritime Consortium geprägt ist. Er ist aktiv an der Organisation von Konferenzen wie der Harvard European Conference und der gemeinsamen MIT-Harvard-Konferenz zu Technologie und nationalem Sicherheit beteiligt. Sein Ziel ist es, eine Brücke zwischen Europa und den USA in Fragen von KI, Cybersecurity und nationaler Sicherheit zu bilden. Experten loben seine Fähigkeit, technische Innovationen mit politischer Relevanz zu verbinden. Fotini Christia von IDSS betont, dass Janjusevic durch seine militärische Ausbildung eine praxisnahe Perspektive einbringt, die Forschung handlungsorientiert macht. Sein Ansatz, Technologie und Policy gleichermaßen zu berücksichtigen, wird als zentral für die Entwicklung zukunftssicherer Sicherheitsarchitekturen angesehen. Mit seiner Kombination aus Ingenieurwissen, politischem Verständnis und internationalem Netzwerk ist Janjusevic ein herausragendes Beispiel für die nächste Generation von Cybersecurity-Führern.
