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AI-Insurancebroker Harper sammelt 47 Mio. USD ein

Dakotah Rice, ein ehemaliger Y-Combinator-Gründer und Mitbegründer des 2023 eingestellten Investment-Unternehmens Poolit, kehrt mit neuem Projekt in die Gründerrolle zurück. Sein neues Unternehmen, Harper, ein künstlich-intelligente Versicherungsagentur, hat in einer kombinierten Seed- und Series-A-Runde 46,8 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die Finanzierung wurde von Emergence Capital angeführt und umfasst Beteiligungen von Y-Combinator und Peak XV Partners. Harper, gegründet 2024 im YC-W’25-Batch, positioniert sich als nahezu autonom arbeitende, lizenzierte Handelsversicherungsagentur für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Im Gegensatz zu traditionellen Brokern, die oft über Wochen Prozesse abwickeln, erledigt Harper typischerweise die Versicherungsabwicklung innerhalb von einem bis zwei Tagen. Dank KI-Technologie übernimmt das System die gesamte operative Last – von der Dokumentensammlung und Antragseinreichung bis zur Kommunikation mit Underwritern und der Pipeline-Verwaltung. Rice, der CEO, betont, dass ein typisches Team bei menschlich geführten Agenturen etwa 20 bis 30 Fälle pro Monat bearbeitet, während Harper mehr als 1.000 Kunden monatlich betreut. Bisher hat das Unternehmen über 5.000 Kunden gewonnen. Die Idee entstand aus persönlichen Erfahrungen: Obwohl Rice die Versicherungsbranche einst als lästig und komplex empfand – insbesondere nach dem Scheitern von Poolit, das er aufgrund von Profitabilitätsproblemen schließen musste –, erinnerte er sich an die Herausforderungen, die Gründer wie er bei der Versicherung ihrer Unternehmen erlebten. Gemeinsam mit Tushar Nair, ehemaligem CTO von Poolit, entwickelte er schließlich die Vision einer rein KI-gesteuerten Agentur. Der Name „Harper“ ist eine Hommage an Rices Mutter. Harper arbeitet mit über 160 Versicherungsgesellschaften zusammen und deckt vor allem Risiken im Bereich Arbeitsschutz, Haftpflicht und Berufshaftung ab. Der Fokus liegt auf mittelständischen Betrieben in „Middle America“ – von Tagesstätten und Werkstätten bis zu Lokalen und Restaurants. Im Gegensatz zu anderen KI-Startups wie Gyde, FurtherAI oder Vantel, die ebenfalls YC-Alumni sind, will Harper nicht nur technologisch führend sein, sondern eine umfassende Plattform für Unternehmer werden. „Wir wollen die Stimme für Gründer sein“, sagt Rice, „nicht nur für Versicherungen, sondern langfristig für Risikomanagement, Compliance und die gesamte Back-Office-Infrastruktur.“ Die neue Finanzierung soll vor allem für den Ausbau des Engineering-Teams und die Markenentwicklung genutzt werden. Branchenexperten sehen in Harper ein klares Beispiel für die Digitalisierung der Versicherungsbranche. „Die Zukunft der Agenturen sieht aus wie Softwareunternehmen – mit hohen Margen und Skalierbarkeit“, so die YC-Blog-These, die Harper genau widerspiegelt. Mit insgesamt 54 Millionen Dollar in unter zwei Monaten hat das Startup eine beeindruckende Momentum-Entwicklung erreicht. Für Rice ist dies nicht nur eine zweite Chance, sondern ein Versprechen an sich selbst: „Diesmal will ich es richtig machen – und das Unternehmen skalieren, das ich damals nicht hätte retten können.“

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