Erster KI-Film mit 2.000 $ Budget bei Tribeca
Der Tribeca Festival wird im Juni zum Schauplatz eines Meilensteins in der Geschichte des Filmhandwerks, da der dort uraufgeführte Film Dreams of Violets erstmals einen vollständigen, spielfilmlangen, in Live-Action-Format produzierten Kinofilm präsentiert, der ausschließlich mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Der 75-minütige Film, der für die Produktion lediglich 2.000 Dollar kostete, basiert auf journalistischen Berichten, Fotos und Zeugenaussagen. Er stellt ein fiktionalisiertes Drama über die Massenhinrichtungen von Demonstranten durch die iranische Regierung im Januar dar, wobei sowohl die Charaktere als auch die visuellen Szenen vollständig von Algorithmen generiert wurden. Die Produktion geht auf die Brüder Ash und Pooya Koosha zurück, die 2009 aus dem Iran auswanderten. Pooya gründete die Produktionsfirma Fountain 0, während sein Bruder Ash als CEO fungiert. Laut der Firma ist dies der erste vollwertige, in Live-Action produzierte, KI-generierte Film, der eine Einladung für das Hauptprogramm eines großen internationalen Filmfestivals erhielt. Zwar wurde zuvor bereits ein teurerer KI-Film namens Hell Grind gezeigt, jedoch lediglich als Teil eines Nebenereignisses auf der Filmwoche von Cannes, nicht im offiziellen Programm. Für die Erstellung des Werks nutzten die Produzenten eine Kombination spezialisierter KI-Tools. Für die Bildgenerierung kam Google Nano Banana zum Einsatz, während für die Videoerstellung Kling AI verwendet wurde. Die sprachliche Bearbeitung und das Drehbuch wurden von Anthropics Modell Claude unterstützt. Die Brüder betonen, dass der Film ohne diese fortschrittlichen KI-Fähigkeiten niemals realisiert worden wäre, obwohl sie sich der sensiblen Situation der in der Filmindustrie Tätigen voll bewusst sind. In einer offiziellen Pressemitteilung äußern die Koosha-Brüder Bedenken hinsichtlich der unbekannten Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen vieler Schaffender in der Branche. Sie verstehen die Sorge der Kollegen, die durch die rasante Entwicklung der Technologie bedroht sein könnten, doch sie argumentieren, dass der technologische Fortschritt die einzige Möglichkeit bot, diese spezifische Geschichte überhaupt zu erzählen. Dreams of Violets soll am 10. Juni während des Tribeca Festivals erstmals vor Publikum gezeigt werden, was als wichtiger Testfall für die Akzeptanz und den Stellenwert KI-generierter Inhalte im etablierten Filmgeschäftsmodell gilt.
