Disney wirft Google massiven Urheberrechtsverstoß vor nach Vereinbarung mit OpenAI
Disney wirft Google vor, auf großem Maßstab Urheberrechtsverletzungen zu begehen, da dessen KI-Modelle Inhalte erzeugt haben, die Ähnlichkeit mit Figuren aus Filmen wie Frozen, Deadpool, Star Wars, Guardians of the Galaxy und anderen aufweisen. In einer Abmahnung, die The Verge vorliegt, fordert Disney Google auf, die angeblich urheberrechtlich geschützten Werke nicht mehr zu nutzen. Die E-Mail wurde am Mittwoch versandt – nur einen Tag vor der Ankündigung eines Milliarden-Dollar-Abkommens zwischen Disney und OpenAI, das es Nutzern von Sora AI ermöglicht, Videos mit über 200 Disney-, Marvel-, Pixar- und Star-Wars-Charakteren zu erstellen. Diese Inhalte sollen künftig auch auf Disney+ erscheinen, was CEO Bob Iger bereits im vergangenen Monat angedeutet hatte. In seiner Abmahnung nennt Disney speziell Googles KI-Modelle Gemini, Veo, Imagen und Nano Banana. Es beschreibt Google als einen „virtuellen Verkaufsautomaten“, der den Markt mit urheberrechtlich geschützten Werken überschwemmt und dabei enorme Gewinne erzielt. Zudem wirft Disney Google vor, trotz mehrmonatiger Verhandlungen keine ausreichenden Schutzmaßnahmen gegen Urheberrechtsverletzungen umgesetzt zu haben. Die Firma betont, dass sie die unerlaubte kommerzielle Nutzung ihrer Charaktere und Werke nicht dulden werde. Google reagiert mit einer Gegenstatement, in dem Sprecherin Julie McAlister betont, dass das Unternehmen eine „langjährige und wechselseitig vorteilhafte Beziehung“ zu Disney pflege und weiterhin im Dialog bleibe. Google verweise darauf, dass es öffentliche Daten aus dem Web nutze, um seine KI-Modelle zu entwickeln. Zudem habe man eigene Schutzsysteme wie „Google-extended“ und „Content ID“ für YouTube entwickelt, die Plattformen und Urheberrechtsinhabern ermöglichen, ihre Inhalte zu kontrollieren. Disney wiederum argumentiert, dass Google große Mengen urheberrechtlich geschützter Werke ohne Genehmigung zur Trainingszwecken von KI-Modellen verwendet habe. Die Abmahnung sei notwendig, um die Rechte an den weltweit bekannten Figuren und Geschichten zu schützen. Die Entwicklung von KI-Technologien, die auf fremden Inhalten basieren, stellt nach Ansicht von Disney eine ernsthafte Bedrohung für die kreative Industrie dar. Die Spannung zwischen beiden Konzernen wird durch die gleichzeitige Ankündigung des OpenAI-Deals noch deutlicher. Während Disney mit OpenAI eine strategische Partnerschaft eingeht, die KI-generierte Inhalte mit seinen Marken fördert, wirft es Google vor, die gleichen Inhalte ohne Erlaubnis zu nutzen. Dies wirft die Frage auf, wie Urheberrechte in der Ära der künstlichen Intelligenz geschützt werden können – und ob die Nutzung öffentlicher Daten für KI-Entwicklung automatisch erlaubt ist. Die Entwicklung zeigt, dass die KI-Revolution nicht nur technologische, sondern auch rechtliche und ethische Herausforderungen mit sich bringt. Während Disney seine Marken durch Partnerschaften schützt und monetarisiert, wirft es Google vor, diese Rechte zu missachten. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob sich die Industrie auf einen gemeinsamen Rahmen für urheberrechtlich geschützte KI-Nutzung einigen kann – oder ob gerichtliche Auseinandersetzungen die Norm werden.
