OpenAI könnte Anteile an die US-Regierung abgeben – Altman und das Weiße Haus führen bereits seit über einem Jahr geheime Gespräche
Das US-amerikanische KI-Unternehmen OpenAI und die Regierung von Donald Trump erörtern derzeit einen vielbeachteten Kooperationsvorschlag – nämlich dass der US-Staat Anteile an OpenAI hält. Laut Berichten von CNBC dauern die Gespräche zwischen beiden Parteien zu diesem Konzept bereits seit mehr als einem Jahr an und werden weiterhin vorangetrieben. Informierte Kreise geben an, dass Openai-Chef Sam Altman den entsprechenden Vorschlag erstmals im Jahr 2025 der Trump-Regierung unterbreitete. In der vergangenen Woche traf sich Altman in Washington mit mehreren Abgeordneten und Regierungsbeamten, um über Regulierungsrahmen für künstliche Intelligenz sowie aktuelle Branchenevolutionen zu diskutieren; das Thema staatlicher Beteiligung blieb dabei ein zentraler Diskussionspunkt. Nach aktuellem Planungsstand könnte Openai künftig einen Teil seiner Anteile an die US-Regierung spenden, um diese als Startkapital für eine Art „Souveränen Wohlstandsfonds“ (Public Wealth Fund) bereitzustellen. Dieser Fonds wurde erstmals in einer politischen Empfehlungsvorlage vorgestellt, die Openai im April dieses Jahres veröffentlichte. Damals schlug Openai vor, durch langfristige, diversifizierte Anlagewerte sicherzustellen, dass die allgemeine Bevölkerung der USA am Wachstum der KI-Branche teilhat und direkte Investitionsrenditen erzielen kann. Allerdings befinden sich die betreffenden Diskussionen noch in frühen Phasen; konkrete Investitionsstrukturen, Beteiligungsverhältnisse sowie Umsetzungsmodalitäten sind noch nicht festgelegt, sodass es in Zukunft möglicherweise zu erheblichen Anpassungen des Konzepts kommen wird. Auch Donald Trump hat nun erstmals öffentlich auf diesen Entwurf reagiert. Der ehemalige Präsident erklärte gegenüber Medien an Bord der Air Force One, man untersuche aktuell verschiedene Optionen, damit die amerikanische Öffentlichkeit entsprechende Rechte erhalten könne, „um die amerikanischen Bürger gewissermaßen zu Partnern zu machen“. Tatsächlich war die Schaffung eines nationalen Wohlstands fonds schon immer ein wichtiges politisches Ziel der Trump-Administration. Im Februar dieses Jahres unterzeichnete Trump eine Executive Order, welche die Bundesregierung auffordert, die Einrichtung eines souveränen Wohlstands fonds der Vereinigten Staaten voranzutreiben. Parallel dazu hielt die US-Regierung während ihrer zweiten Amtszeit bereits in unterschiedlicher Form Anteile an einigen Schlüsseltechnologiekonzernen, darunter Unternehmen aus strategischen Bereichen wie Halbleiterfertigung und Quantencomputing. Der US-Senator Bernie Sanders bestätigte ebenfalls, dass bei seinem Treffen mit Altman in dieser Woche Überlegungen bezüglich eines Souveränen Wohlstands fonds diskutiert wurden. Dies verdeutlicht, wie sehr die Frage nach einer breiteren gesellschaftlichen Verteilung der Gewinne aus der KI-Branche zum neuen Schwerpunkt der US-Politikentwicklung geworden ist. Als eines der weltweit einflussreichsten KI-Unternehmen liegt die Bewertung von Openai gegenwärtig bei weit über 85 Milliarden Dollar, wobei erwartet wird, dass der Börsengang (IPO) frühestens noch in diesem Jahr erfolgen könnte. Im März hatte das Unternehmen gerade erst eine rekordverdächtige Finanzierungsrunde abgeschlossen, deren gemeinsame Lead-Investoren u.a. der Investmentkonzern MGX waren, unterstützt vom Souveränen Wohlstands fonds Abu Dhabis. Gleichzeitig beteiligen sich Tech-Konzerne wie Openai zunehmend tiefergreifend am Prozess der Gestaltung der US-AI-Politik. Erst kürzlich unterzeichnete Trump neue Presidential Directives, wonach Sicherheitsbehörden beschleunigt fortschrittliche KI-Technologien einführen sollen und mehrere Anbieter ihre neuesten Modelle schnellstmöglich in staatliche Systeme integrieren müssen. Vor wenigen Tagen unterschrieb Trump zudem eine weitere Administrative Order betreffend die Überprüfung von KI-Modellen, welche KI-Firmen ermutigt, dem Bund bis zu 30 Tage Test- und Bewertungsphasen anzubieten, bevor sie offiziell veröffentlichen. Obwohl detaillierte Durchführungsbestimmungen noch fehlen, haben zahlreiche Führungskräfte aus der KI-Wirtschaft einschließlich Altman ihre Unterstützung bekundet. Auf Social Media Plattform X äußerte Altman seine Ansicht, Amerika müsse seine globale Führungsposition dadurch bewahren, indem kontinuierlich weltweit führende KI-Modelle entwickelt würden, Modellssicherheit gewährleistet werde und Cybersecurity-Kompetenzen vertrauenswürdigen Verteidigern übertragen würden. Er befand, dass die neu geschaffenen administrativen Vorschriften einen angemessenen Ausgleich zwischen Innovationsförderung und Governance-Sicherstellung darstellten. Vom Ausbau von Rechenzentren über die Gründung sovereign wealth funds hin zur Erforschung staatlicher Aktienbeteiligungen an KI-Unternehmen versucht die Administration Trumps, ein proaktiveres Politiksystem rund um die Entwicklung der KI-Branche zu etablieren. Und da Openai zu ihren Kernakteuren zählt, verändert die fortlaufende Vertiefung ihrer Beziehungen zur Regierung zugleich grundlegend Interaktionsmuster zwischen staatlichen Institutionen und führenden Technologieunternehmen.
