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Sicherheit

Hunderte Artex-AI-Hacking-Tools stehen offen im Web

Sicherheitsforscher haben mehr als 800 öffentlich erreichbare Instanzen des chinesischen KI-Hacking-Tools Artex im Internet entdeckt. Die von Censys identifizierte Konfigurationsschwäche macht die autonome Penetration-Testing-Software ohne Login für unbefugte Dritte nutzbar und erhöht damit das Risiko, dass sie für Cyberangriffe missbraucht wird. Artex, seit Juli öffentlich verfügbar, ist als Open-Source-Werkzeug konzipiert und kann Schwachstellen in Systemen automatisiert aufspüren und ausnutzen. Microsoft beschrieb das Tool als ein System von KI-Agenten, das Angriffe von der Aufklärung bis zur Datenexfiltration weitgehend ohne menschliche Steuerung durchführen kann. Die öffentliche Erreichbarkeit ist nicht zwingend technisch erforderlich. Nach Angaben der Forscher handelt es sich bei vielen Deployments nicht um böswillige Installationen; einige werden von autorisierten Sicherheitstestern betrieben. Dennoch bleibt unklar, warum Hunderte Systeme ungeschützt im Web stehen, obwohl Artex nicht öffentlich erreichbar sein muss. Die offenliegenden Server liefern nicht nur Zugriff auf die Software selbst, sondern auch auf nachgelagerte Angriffswerkzeuge wie Implantate, die für den langfristigen Zugriff auf kompromittierte Netzwerke eingesetzt werden können. Bereits vor der Censys-Meldung war Artex mit mehreren Angriffen in Verbindung gebracht worden. Im September nutzte ein Hacker mit chinesischem Sprachprofil eine öffentlich erreichbare Instanz für Angriffe auf die südkoreanische Finanzbranche, wie CrowdStrike mitteilte. Der Vorfall war dadurch auffällig, dass der Angreifer ein offenes Verzeichnis mit dem System betrieb. Censys-Daten zeigen, dass diese Instanz über Monate exponiert war und offenbar Informationen über weit mehr als südkoreanische Banken enthielt, darunter Zahlungs- und Gaming-Unternehmen. Anfang Oktober wurde Artex zudem bei einem Angriff auf den IT-Dienstleister ConnectWise eingesetzt. Dabei verschafften sich chinesisch gekoppelte Hacker Zugang zu Kundenbereichen in Microsofts Cloud und spionierten nach Microsoft-Angaben Tausende Organisationen aus. Die Angreifer nutzten das Tool, um Kundeninfrastrukturen sehr schnell zu durchdringen und Daten abzugreifen. Der hohe Automatisierungsgrad habe es Verteidigern erschwert, frühzeitig zu erkennen und zu reagieren. Viele der dokumentierten Angriffe basierten laut den Sicherheitsforschern nicht auf hochkomplexen Exploits, sondern auf einfachen Schwachstellen. Dazu gehörten schwache oder bekannte Passwörter sowie fehlende Multifaktor-Authentifizierung. Die Erkenntnisse verdeutlichen, dass bereits geringe Konfigurationsfehler sowohl Angreifer als auch Opfer gefährden können: Wer ein autonomes Hacking-Werkzeug öffentlich betreibt, kann selbst zum Ziel werden, während betroffene Organisationen gleichzeitig deren Fähigkeiten ausgesetzt sind. Artex hat nach Bekanntwerden der Fälle angekündigt, in ein Closed-Source-Modell mit bezahlten Kunden überzugehen. Damit soll die Verfügbarkeit neuer Versionen eingeschränkt werden. Das Risiko bleibt jedoch bestehen, da nach Censys-Angaben weiterhin Dutzende Kopien des Quellcodes auf Plattformen zum Austausch von Code verfügbar sind und für laufende Angriffe genutzt werden können.

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