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Inside Claude Code: Ein Projekt zur Turboaufladung

Ein geheimes Projekt von Snorkel AI unterstützt Anthropic dabei, die Fähigkeiten von Claude Code zu verbessern. Intern als Marlin bekannt, setzt dieses Vorhaben auf das Feedback von rund tausend menschlichen Softwareingenieuren, um die KI-gestützte Coding-Plattform zu trainieren. Diese Zusammenarbeit verdeutlicht, wie Tech-Giganten wie Anthropic spezialisierte Auftragnehmer nutzen, um ihre Modelle zu verfeinern, ohne dass dies öffentlich sichtbar ist. Zwei an dem Projekt beteiligte Auftragnehmer berichteten, dass sie für jede Aufgabe 280 US-Dollar erhalten, wofür sie etwa eine Stunde investieren. Dabei erstellen sie Anweisungen und prüfen Code-Ergebnisse. Die Aufgabe besteht darin, zwischen Ausgaben von zwei verschiedenen Modellen zu wählen, wobei die Ingenieure entscheiden müssen, welche Version den Anforderungen eines professionellen Entwicklers am besten entspricht. Das Ziel ist es, Claude Code so zu trainieren, dass er Code produziert, der detailliert, einfach zu warten und effizient ist, ohne die Funktionalität des Produkts zu verändern. Die Projekte laufen weiter, wobei die Auftragnehmer häufig nicht wissen, welche konkrete Modellversion sie gerade evaluieren. Die Arbeit bei Marlin folgt einem strukturierten Ablauf. Die Auftragnehmer wählen aus einer großen Liste von GitHub-Repositories aus und erstellen Pull Requests, um Szenarien zu definieren, wie Entwickler die KI nutzen könnten. Ein typisches Szenario beinhaltete die Aufforderung an das Modell, Metadaten zur Systemausführung neu zu organisieren, um die Lesbarkeit zu verbessern. Nach der Ausgabe zweier Code-Varianten wählten die Auftragnehmer die effizientere Version aus. Zusätzlich wurden Gespräche getestet, um zu prüfen, wie gut die KI den Kontext behält. In einer weiteren Aufgabe ging es um Sicherheitsupdates für die Plattform MLFlow, bei denen Befehlsinjektionen blockiert werden mussten, während legitime Optionen erhalten blieben. Snorkel AI, ein 2019 von Stanford-Forschern gegründetes Startup aus Silicon Valley, spezialisiert sich auf die Erstellung von Datensätzen und Tests für KI-Modelle. Zu den Kunden zählen Google, Mistral und Anthropic. Das Unternehmen bewirbt, dass es Experten mit fortgeschrittenen Abschlüssen wie Promotionen oder medizinischen und juristischen Doktorgraden einsetzt. Top-Experten können dort laut Angaben mehr als 3.000 US-Dollar pro Woche verdienen. Obwohl Snorkel im September 2025 etwa 13 Prozent seiner Belegschaft entließ, bleibt das Unternehmen eine wichtige Komponente in der Branche. Die Branche hat sich von allgemeinen Datenerhebungen hin zu hochspezialisierten Aufgaben verschoben, die fundiertes Fachwissen erfordern. Neben Snorkel bieten Plattformen wie Scale AI und Mercor ebenfalls hohe Vergütungen, teilweise bis zu 110 US-Dollar pro Stunde, für Softwareentwickler, die am Training von KI-Modellen arbeiten. Diese Entwicklung zeigt, dass künstliche Intelligenz zunehmend auf das menschliche Urteil von Fachleuten angewiesen ist, um komplexe und sicherheitskritische Aufgaben zu bewältigen. Weder Anthropic noch Snorkel haben auf Anfragen nach einer Stellungnahme reagiert.

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