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Gemini 3 zeigt vielversprechende Fortschritte mit Einschränkungen

Google hat mit Gemini 3 eine bemerkenswerte Weiterentwicklung seiner KI-Modelle vorgestellt, die vor allem in den Bereichen reasoning, interaktive Visualisierungen und agente-basierte Aufgabenbewältigung überzeugen sollen. Die Flaggschiff-Version, Gemini 3 Pro, wird nun erstmals für Nutzer freigegeben und verspricht präzisere, kompaktere Antworten sowie verbesserte Fähigkeiten bei komplexen, mehrfachquellenbasierten Anfragen. Besonders hervorgehoben wird die Leistung in Canvas – dem integrierten Arbeitsraum der Gemini-App – wo das Modell Text, Bilder und Videos gleichzeitig verarbeiten und interaktive 3D-Modelle generieren soll. In Tests gelang es Gemini 3, eine skalierende Visualisierung von subatomaren Partikeln bis zur Galaxie zu erstellen, die zwar funktional und konzeptionell korrekt war, aber in der Bildqualität – insbesondere bei DNA-Strang und Strandball – deutlich hinter den von Google präsentierten Demo-Videos zurückblieb. Auch bei einfacheren Aufgaben wie der Erstellung eines Voxel-Eagles zeigten sich Mängel: Fehlende Augen, abstrakte Bäume und primitive 3D-Modelle von Tieren wie Pinguin oder Schildkröte verdeutlichten, dass die generative Genauigkeit noch nicht auf dem Niveau der Marketing-Demos liegt. Ein weiterer Pluspunkt ist die neu getestete „generative UI“-Funktion, die Pro-Abonnenten eine visuelle, magazineartige Darstellung von Antworten bietet. Bei einer Reiseplanung nach Rom wurde ein interaktives, anpassbares Reiseplan-Dashboard erstellt, das nach Präferenzen wie Tempo oder Gastronomie umgestellt werden konnte. Diese Funktion zeigt Potenzial für Anwendungen wie Computerbauanleitungen oder Aquarien-Setup. Besonders beeindruckend ist die Entwicklung von Gemini Agent, einem agentenbasierten Feature für Ultra-Nutzer. Es konnte meine ungelesenen E-Mails aus der letzten Woche identifizieren, eine Übersicht in einem interaktiven Diagramm darstellen und sogar Erinnerungen in Google Tasks setzen. Auch das Archivieren von Werbe-E-Mails und das Erkennen von Spam war möglich. Allerdings zeigte sich die KI bei der Buchung eines Restaurants uneindeutig: Sie erwähnte fälschlicherweise eine Buchungsgebühr, verwechselte den Servicecharge mit einer direkten Zahlung und forderte mehrfach zur Bestätigung auf – ein klarer Hinweis auf noch bestehende Sicherheits- und Klarheitsprobleme bei agierenden KI-Systemen. Trotz dieser Schwächen überzeugt Gemini 3 Pro in der Interaktivität und Integration mit Google-Diensten, besonders bei Gmail. Im Vergleich zu Perplexity und ChatGPT bietet es die tiefste Einbindung, was die Verwaltung von E-Mails effizienter macht. Allerdings ist die Geschwindigkeit beim Versenden von E-Mails hinter Perplexity zurückgeblieben. Insgesamt bleibt Gemini 3 eine leistungsstarke, aber noch nicht perfekte KI – besonders für anspruchsvolle visuelle und automatisierte Aufgaben. Für den Alltag reicht die klassische Textantwort oft aus. Industrieexperten sehen in Gemini 3 eine wichtige Stufe auf dem Weg zu echten agierenden KI-Systemen, betonen aber, dass Sicherheit, Konsistenz und Benutzerkontrolle weiterhin kritische Herausforderungen sind. Google positioniert sich damit weiterhin als führender Akteur im KI-Wettlauf, doch die Realität der Nutzererfahrung bleibt noch hinter den Erwartungen zurück.

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