Musk & Page: Firmen näher
Trotz eines persönlichen Bruchs zwischen Elon Musk und Google-Mitbegründer Larry Page aus dem Jahr 2015 sind die Geschäftsbeziehungen der beiden Technologieimperien heute enger denn je. Während die persönliche Distanz auf eine kontroverse Debatte über künstliche Intelligenz bei einem Geburtstagsfest zurückgeht, haben sich SpaceX, Tesla und OpenAI strategisch eng mit Alphabet verflochten. Die geschäftliche Annäherung begann 2015, als Google 900 Millionen US-Dollar in SpaceX investierte und seither knapp 4,9 Prozent der Anteile hält. Dieselbe strategische Initiative prägte den Gründungsschritt von OpenAI. Musk initiierte das Unternehmen gemeinsam mit Sam Altman explizit als strategisches Gegengewicht zu Googles KI-Forschungsabteilung DeepMind. Der spätere OpenAI-Forschungsleiter Ilya Sutskever wurde direkt von DeepMind abgeworben und trieb die Entwicklung der ChatGPT-Modelle voran. Die technologische Rivalität setzte sich im Bereich des autonomen Fahrens fort. Während Waymo, die Fahrzeugsparte von Alphabet, bereits tausende Robotaxis in den USA betreibt und wöchentlich über 500.000 bezahlte Fahrten abwickelt, setzt Tesla weiterhin primär auf kamerabasierte Systeme und das noch in der Entwicklung befindliche unbemannte Fahren ohne menschlichen Aufsicht. Die kommerzielle Verflechtung vertiefte sich durch Cloud- und Infrastrukturkooperationen. Im Jahr 2021 sicherte sich Google mit SpaceX ein bedeutendes Vertragswerk zur Anbindung des Starlink-Satellitennetzes an das eigene Glasfasernetz. Kürzlich vollzog sich eine bemerkenswerte Rollenumkehr: SpaceX vergab einen Rechenkapazitätsvertrag an Google im Umfang von rund 920 Millionen US-Dollar monatlich für etwa 32 Monate. Der Vertrag dient dazu, die Nachfrage nach Googles Agentenplattform Gemini Enterprise zu decken. Er stellt für SpaceX eine zentrale Einnahmequelle dar, die die Amortisation der in Tennessee errichteten Colossus-Rechenzentren beschleunigt. Die finanziellen Implikationen dieser Partnerschaft sind beträchtlich. Vor dem historischen IPO von SpaceX war die Beteiligung von Alphabet an Musk Unternehmen bereits zu einem Marktzeitwert von über 100 Milliarden US-Dollar angewachsen. Gleichzeitig hat sich Musks persönliches Vermögen auf über eine Billion US-Dollar beläuft. Neben den geschäftlichen Verbindungen bleiben auch persönliche Kontroversen wie die öffentlichkeitswirksamen Vorwürfe einer Affäre mit Nicole Shanahan, der Ex-Frau von Sergey Brin, Teil der Unternehmenshistorie. Dennoch überwiegt eindeutig die strategische Symbiose: Aus einer ursprünglichen Rivalität um die KI-Zukunft ist eine unverzichtbare Infrastrukturpartnerschaft geworden, die beide Konzerne in der aktuellen Ära der KI- und Cloud-Infrastruktur absichert.
