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vor 4 Monaten
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Intel baut Foundry nach Rückschlägen neu auf – 18A und 14A entscheiden über Zukunft

Intel befindet sich in einer kritischen Phase ihrer Wiederbelebung, die vergleichbar ist mit dem Versuch, nach einem Sturz die Treppe wieder hochzusteigen – ohne dabei erneut zu stolpern. Nach Jahren von Verspätungen bei der Entwicklung der 10-Nanometer- und 7-Nanometer-Prozesse, Fehlern bei der Einführung von Extreme Ultraviolet (EUV)-Lithografie und einem überzogenen Selbstbewusstsein gegenüber Wettbewerbern wie TSMC hat Intel seine Position im globalen Chipmarkt massiv verloren. Die eigene Foundry-Sparte, die einst als Kernstück der Unternehmensstrategie galt, wurde zunehmend zur Last. Während AMD mit einem gezielten Sprung von 14 nm direkt auf 7 nm und 5 nm bei TSMC ging und dabei Marktanteile im Server-Bereich gewann, blieb Intel bei veralteten Prozessen stecken – bis hin zu einem verzögerten Intel 7 (eine verbesserte 10-Nm-Version) und späteren, unklar benannten Nodes wie Intel 4 und Intel 3, die möglicherweise 7 nm und 5 nm entsprechen. Der neue CEO Pat Gelsinger hatte das ambitionierte Ziel formuliert: fünf neue Prozessnodes innerhalb von vier Jahren – „5N4Y“ genannt – um den Rückstand aufzuholen. Doch auch diese Vision stieß auf Hindernisse. Intel 20A, die erste Produktions-EUV-Generation mit RibbonFET-Transistoren und PowerVia-Backside-Power, wurde bereits im September des Vorjahres eingestellt, um sich voll auf die Entwicklung von Intel 18A zu konzentrieren. Diese Prozessgeneration soll nun die Basis für die kommenden Xeon 7-Prozessoren wie „Diamond Rapids“ und „Clearwater Forest“ bilden – doch auch hier gibt es Verzögerungen: „Clearwater Forest“ wurde auf 2026 verschoben, weil komplexe Verpackungsanforderungen vorliegen. Zinsner, CFO, bestätigte, dass die Ausbeute (yields) für 18A zwar ausreichend sind, um die Nachfrage zu decken, aber noch nicht ausreichend profitabel für hohe Margen. Er verspricht Verbesserungen bis Ende 2026 und eine industrietaugliche Qualität bis 2027. Ein entscheidender Punkt bleibt die Zukunft von Intel 14A – der nächsten Generation, die laut Zinsner bereits besser startete als 18A zu deren früherem Stadium. Doch ohne externe Kunden bleibt die Foundry gefährdet. Aktuell zeigt nur eine einzige große Firma Interesse: Nvidia. CEO Lip-Bu Tan bestätigte, dass die Zusammenarbeit mit diesem Kunden stark zugenommen habe und dass dieser die Entwicklung von 14A als entscheidend für seine zukünftigen Produkte sieht. Möglicherweise könnte Nvidia dort GPUs oder sogar AI-XPU-Chips auf 14A fertigen lassen – eine Entwicklung, die durch politischen Druck aus Washington gefördert werden könnte, besonders angesichts der 10-Prozent-Beteiligung der US-Regierung an Intel. Die finanziellen Zahlen für das dritte Quartal 2024 zeigen ein klares Signal: Der Abwärtstrend hat sich gestoppt. Umsatz stieg um 2,7 % auf 13,65 Mrd. USD, das operative Ergebnis lag bei 683 Mio. USD – nach einem Verlust von 9,1 Mrd. USD im Vorjahresquartal. Der Nettoertrag betrug 4,27 Mrd. USD, deutlich besser als das Vorjahresergebnis von minus 17 Mrd. USD. Die Liquidität liegt bei 30,94 Mrd. USD, nachdem Intel 5 Mrd. USD von Nvidia und 11,1 Mrd. USD vom US-Staat erhalten hatte und 4,3 Mrd. USD Schulden zurückgezahlt hat. Besonders positiv ist das Ergebnis der Datacenter- und AI-Gruppe (DCAI): Umsatz von 4,12 Mrd. USD (+4,5 % qoq), operatives Ergebnis von 964 Mio. USD – eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahresquartal. Dies spiegelt eine bessere Produktmischung und verbesserte Ausbeuten bei Intel 3 und Intel 4 wider. Industrieanalysten sehen in der aktuellen Lage eine letzte Chance für Intel: Wenn die Foundry nicht schnell Kunden gewinnt – besonders aus der Industrie wie Nvidia oder AWS –, könnte sie wie GlobalFoundries bei 14 nm steckenbleiben. Doch mit einem klareren Fokus auf kontinuierliche Entwicklung, weniger Sprünge und mehr Kooperation mit strategischen Partnern könnte Intel tatsächlich die Stufen wieder erklimmen – wenn auch langsam und mit hoher Kostenlast. Die nächste große Prüfung: Ob 14A tatsächlich skalierbar und profitabel wird, und ob die USA bereit sind, ihre geopolitischen Interessen in die Chipproduktion zu investieren.

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