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TikTok ersetzt Moderatoren durch KI – Massenentlassungen in UK und Asien

TikTok hat hunderte von Moderatoren in Großbritannien und Asien entlassen, um künstliche Intelligenz (KI) stärker in seine Inhaltsmoderation einzubinden. Die Entscheidung markiert einen tiefgreifenden Wandel in der Unternehmensstrategie, bei dem das chinesische Tech-Unternehmen auf automatisierte Systeme setzt, um die Effizienz und Geschwindigkeit bei der Inhaltsüberwachung zu steigern. Obwohl TikTok keine genaue Zahl der Entlassenen nennt – die britische Niederlassung umfasst rund 2.500 Mitarbeiter – berichtet die Wall Street Journal, dass die Maßnahme zu erheblichen Kritik führte. Die Kommunikationsgewerkschaft CWU warnte, dass die Verlagerung von menschlicher Moderation auf unreife KI-Systeme das Risiko für Nutzer, insbesondere für vulnerable Gruppen, erhöhe. John Chadfield, Nationaler Technik-Offizier der Gewerkschaft, kritisierte: „TikTok stellt Unternehmensgewinn über die Sicherheit von Arbeitnehmern und der Öffentlichkeit.“ TikTok rechtfertigte die Maßnahmen mit der Behauptung, dass KI bereits heute „umfassend“ eingesetzt werde, um gefährliche Inhalte zu erkennen und zu entfernen. Laut dem Unternehmen habe die KI bereits 85 Prozent aller nicht-konformen Beiträge automatisch ausgeschlossen. Diese Zahl wurde jedoch nicht durch unabhängige Beweise untermauert. Das Unternehmen betonte, dass die Umstrukturierung Teil einer seit 2023 laufenden Überarbeitung des globalen Sicherheits- und Vertrauensmodells sei, bei der die Moderationszentren auf weniger Standorte konzentriert werden. Ziel sei es, die Effektivität zu steigern und gleichzeitig die Belastung für menschliche Moderatoren zu reduzieren. Die Umstellung stößt jedoch auf Widerstand, besonders in der britischen Öffentlichkeit. Die Regulierungsbehörde ICO hatte im März eine Untersuchung eingeleitet, ob TikTok die Daten von 13- bis 17-Jährigen angemessen schützt. Zudem hat das britische Online-Sicherheitsgesetz (Online Safety Act) seit Juli 2024 die Strafen für Verstöße auf bis zu 10 Prozent des weltweiten Umsatzes erhöht – ein Druckfaktor, den TikTok als Rechtfertigung für den verstärkten KI-Einsatz nennt. Trotz dieser Argumente warnen Experten und Verbände vor den Risiken einer zu starken Abhängigkeit von KI: Algorithmen können kulturelle Nuancen, Ironie oder Kontexte missverstehen und zu Fehlentscheidungen führen, die Inhalte unverhältnismäßig zensieren oder gefährliche Inhalte übersehen. Industrieanalysten sehen die Entwicklung als Teil eines globalen Trends: Soziale Plattformen wie Meta, YouTube und X setzen zunehmend auf KI, um Kosten zu senken und Skalierbarkeit zu erreichen. Doch die Balance zwischen Effizienz und Sicherheit bleibt heikel. TikTok bleibt unter Druck, sowohl regulatorisch als auch gesellschaftlich, seine Verantwortung für die digitale Sicherheit zu beweisen – besonders in einem Markt, der besonders empfindlich auf Datenschutz und Nutzerschutz reagiert.

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