Tech-Chefs treffen sich in Indien zu AI-Gipfel
Große Technologie-CEOs wie Jensen Huang von Nvidia, Sam Altman von OpenAI, Sundar Pichai von Alphabet, Dario Amodei von Anthropic und Demis Hassabis von Google DeepMind reisen derzeit nach Indien, um an der AI Impact Summit in Neu-Delhi teilzunehmen. Das Treffen ist Teil einer Reihe von internationalen Regierungsinitiativen, die sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen und bereits in Ländern wie Großbritannien, Südkorea und Frankreich stattgefunden haben. Indien positioniert sich dabei als zentrales Wachstumsmarkt für globale Tech-Unternehmen – getragen von einer jungen, digital-affinen Bevölkerung und einem riesigen Pool an hochqualifizierten Fachkräften. Premierminister Narendra Modi empfängt die CEOs mit einer offenen Tür, während die Regierung ihre Ambitionen unterstreicht, Indien zu einem globalen Tech-Hub zu machen. Dazu gehören 18 Milliarden US-Dollar an genehmigten Chip-Produktionsprojekten und Anreize für internationale Konzerne wie Apple, mehr in Indien zu produzieren. Gleichzeitig steigt die Investitionsbereitschaft von Venture-Capital-Gesellschaften, und die Börsen erleben einen Anstieg an Eröffnungen von Aktienangeboten (IPOs). Der AI Impact Summit setzt drei Schwerpunkte: Infrastruktur, Nutzer und Talent. Erwartet werden große Investitionen in AI-Datacenter, da der Bedarf an Rechenleistung steigt. Unternehmen wie Amazon, Microsoft und Intel hatten bereits im Dezember Zusage für die Entwicklung von AI-Hardware und Infrastruktur in Indien gegeben. Zudem ist Indien einer der wichtigsten Märkte für OpenAI – ChatGPT wird dort kostenlos angeboten, um Nutzer zu gewinnen und wertvolle Trainingsdaten zu sammeln. Da es keine starke heimische Konkurrenz für US-Chatbots gibt, bietet sich ein großes Wachstumspotenzial. Zugleich gilt Indien als „AI-Talent-Fabrik“. Laut Sham Arora, CTO von Tech Mahindra, profitieren internationale Unternehmen von der qualifizierten Arbeitskraft. Mehr als 60 Prozent der Global Capability Centers (GCCs), die in den letzten zwei Jahren entstanden sind, beschäftigen sich mit KI, Daten oder digitaler Entwicklung. Über 80 Prozent der geplanten GCCs in den nächsten sechs bis acht Monaten werden ebenfalls KI-orientiert sein. Nicht nur für Engineering-Rollen, sondern zunehmend auch für Führungspositionen wie „Chief AI Officer“ wird Indien attraktiv. Laut Lalit Ahuja von ANSR werden solche Spitzenpositionen jetzt vermehrt in Indien besetzt, was die strategische Bedeutung des Landes unterstreicht. Die Zusammenarbeit zwischen Indien und den USA wird durch den AI-Summit weiter gestärkt – ein Zeichen für eine Neuausrichtung der bilateralen Beziehungen, die auf einen zukünftigen Handelsvertrag hinausläuft. Industrieexperten sehen in der Veranstaltung eine Bestätigung der wachsenden globalen Bedeutung Indiens im AI-Sektor. „Das ist kein bloßes Marketing – die Unternehmen kommen, weil sie die Chancen erkennen“, sagt Neil Shah von Counterpoint Research. Indien etabliert sich nicht nur als Produktionsstandort, sondern als kreativer und strategischer Kern für die globale KI-Entwicklung.
