Chinesischer humanoider Roboterhersteller UBTECH wirbt mit einem Jahresgehalt von bis zu 124 Millionen Yuan um den Chefwissenschaftler
Der chinesische humanoider Roboter-Hersteller UBTECH hat kürzlich eine Stellenanzeige veröffentlicht und wirbt weltweit um den „Chief Scientist für Embodied AI", wobei ein Jahresgehalt von bis zu 124 Millionen Yuan (ca. 18 Mio. USD) möglich ist. Obwohl dieses Gehaltsniveau noch unter dem oft über 100-Millionen-Dollar-Angebot der Silicon-Valley-AI-Giganten liegt, gilt es im chinesischen Technologiebereich als außergewöhnlich und sendet das klare Signal einer verstärkten Konkurrenz um hochqualifizierte Fachkräfte seitens lokaler Unternehmen. Zuvor wurde berichtet, dass Meta und OpenAI zur Gewinnung führender KI-Forscher Gehälter von bis zu 100 Millionen US-Dollar angeboten hatten, was einen weltweiten „Kampf um Talente" auslöste. Im Vergleich dazu hielten sich chinesische Unternehmen bisher relativ zurück, doch diese Situation ändert sich angesichts der beschleunigten Verschmelzung von künstlicher Intelligenz und Robotik. Öffentlichen Quellen zufolge wurde UBTEch 2012 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Shenzhen; er zählt zu den repräsentativsten humanoiden Roboterunternehmen Chinas. Sein Kernprodukt Walker S2 misst etwa 1,75 Meter und wird als universeller Roboter positioniert, der autonom in industriellen Umgebungen arbeiten kann – vergleichbar mit dem Projekt Optimus, an dem Tesla arbeitet. Zu Beginn des Jahres ging UBTEC bereits eine Kooperation mit Airbus ein, bei der der Walker S2 eingeführt werden soll, um ihn auf Produktionslinien zu testen. Laut der Stellenanzeige soll der Chief Scientist die technologischen Durchbrüche des Unternehmens im Bereich humanoider Roboter vorantreiben sowie deren Anwendung in vielfältigen Szenarien wie Fertigung, Dienstleistungen und häusliche Begleitung beschleunigen. Für diese Position sind nicht nur Kenntnisse in modernster KI erforderlich, sondern auch systematische Forschungserfahrung im Bereich „Embodied AI". Branchendaten zeigen, dass chinesische Unternehmen bei der kommerziellen Umsetzung humanoider Roboter führend sind. Die Forschungsorganisation Omdia stellt fest, dass 2025 fast neunzig Prozent der global ausgelieferten humanoiden Roboter von chinesischen Herstellern stammen. Zudem haben humanoide Roboten während großer Veranstaltungen wie dem Frühlingsfest wichtige Fenster zur Präsentation fortschrittlicher Technologien eröffnet; so führten beispielsweise Roboter von Unitree Kung-Fu- und Akrobatikeinlagen vor, wodurch das öffentliche Interesse weiter stieg. Dennoch gewinnt der internationale Wettbewerb zunehmend an Intensität. Elon Musk hatte zuvor erklärt, China werde zum größten Konkurrenten beim Optimus-Projekt sein, hielt jedoch weiterhin daran fest, dass Teslas Produkte voraussichtlich in puncto Leistung führen werden. Insgesamt spiegelt die hohe Vergütung von UBTEC nicht nur einen strategischen Wandel eines einzelnen Unternehmens wider, sondern verdeutlicht auch den branchentypischen Trend Chinas, in diesem Segment schnell aufzuholen oder sogar die Führung zu übernehmen. Mit dem weiteren Zustrom von Technologie und Kapital dürfte der globale Wettlauf um Talente in der Robotikbranche weiter eskalieren.
