Spotify launcht KI-Audiobook-Tool und Podcast-Features
Spotify hat eine Reihe neuer KI-gestützter Funktionen vorgestellt, die seinen Service als Plattform für Audio-Erstellung und -Konsum erweitern. Im Rahmen eines Investor-Tages kündigte das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit dem KI-Stimmenanbieter ElevenLabs an, um ein neues Tool zur selbständigen Produktion von Hörbüchern zu lancieren. Dieses Tool ist Teil der Plattform Spotify for Authors und wird im Juni als geschlossene Beta-Version zunächst nur auf Englisch verfügbar sein. Wichtiger Aspekt ist, dass Autoren nicht an exklusive Verträge gebunden sind und ihre KI-generierten Werke frei veröffentlichen können. Zudem wird der Sprachsupport auf insgesamt elf Sprachen erweitert, darunter Deutsch, Französisch und Spanisch. Mit über einer Million Abonnenten beim Dienst Audiobook+ strebt Spotify einen jährlichen Umsatz von 100 Millionen Dollar an, wobei die Hörzeit im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent gestiegen ist. Parallel dazu stellt Spotify mit dem Tool Studio von Spotify Labs eine eigenständige Desktop-Anwendung vor, die als direkte Antwort auf den Erfolg von Google NotebookLM dient. Die Anwendung ermöglicht es Nutzern, basierend auf persönlichen Daten wie E-Mails und Kalendereinträgen sowie externen Quellen wie PDFs oder Links, eigene Audio-Briefings und Podcasts zu generieren. Ein integrierter Agent kann im Internet recherchieren, um aktuelle Informationen zu spezifischen Themen zu sammeln und in einem personalisierten Podcast zusammenzufassen. Nutzer können komplexe Anfragen stellen, etwa die Erstellung einer täglichen Zusammenfassung für eine geplante Italienreise inklusive Terminplanung und Restaurantempfehlungen. Diese generierten Inhalte werden privat in der Spotify-Bibliothek gespeichert und auf allen Geräten synchronisiert, bleiben jedoch vor der Öffentlichkeit verborgen. Die Funktion ist derzeit als Forschungsvorschau in über 20 Märkten für Erwachsene zugänglich. Darüber hinaus führt Spotify eine KI-gestützte Frage-Antwort-Funktion für Premium-Nutzer in den USA, Schweden und Irland ein. Diese Funktion erlaubt es Hörern, spezifische Fragen zu Episodeninhalten oder Konzepten zu stellen, um detaillierte Antworten oder Empfehlungen für weitere Podcasts zu erhalten. Damit soll die Interaktion mit dem Inhalt vertieft werden, ähnlich wie bei vergleichbaren Funktionen von YouTube. Für Podcast-Produzenten erweitert Spotify die monetarisierungsmöglichkeiten durch ein neues Tool für Werbekooperationen sowie die Einführung von bezahlten Abonnements für exklusive Inhalte. Das Unternehmen betont weiterhin das Wachstum im Bereich Video-Podcasts, dessen Streaming-Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent gestiegen sind. Mit diesen Initiativen zielt Spotify darauf ab, seine Position im wettbewerbsintensiven Markt für KI-Audio-Tools zu festigen und sowohl Konsumenten als auch Schöpfern neue Werkzeuge zur Verfügung zu stellen.
