Waymo wächst, Tesla unterbietet Preise im Robotaxi-Wettbewerb
Waymo hat seine autonome Taxidienstleistung in San Francisco deutlich verbessert und ist nun enger mit Uber und Lyft konkurrierend, wie eine neue Studie von Obi, einem Preisaggregator für Fahrdienste, zeigt. Die Analyse, die Daten aus dem Zeitraum zwischen Thanksgiving und Silvester 2025 erfasst, zeigt, dass Waymo zwar weiterhin teurer ist als Uber und Lyft, aber der Preisabstand deutlich geschrumpft ist: Während Waymo im Juni 2025 noch 30 bis 40 Prozent teurer war, liegt der Unterschied nun bei durchschnittlich 12,7 Prozent gegenüber Uber und 27,3 Prozent gegenüber Lyft. Gleichzeitig hat Waymo seine Wartezeiten erheblich optimiert – mit einer durchschnittlichen Ankunftszeit von 5,74 Minuten, vergleichbar mit Uber (3,15 Minuten) und Lyft (5,14 Minuten), außer zu Spitzenzeiten am Nachmittag, wo die Wartezeiten bei Waymo ansteigen. Diese Verbesserungen machen die Dienstleistung für Nutzer attraktiver, da Preis und Wartezeit zu den wichtigsten Kriterien bei der Wahl einer Fahrdienstplattform gehören. Gleichzeitig tritt Tesla mit seinem neuen Robotaxi-Service auf den Markt und setzt auf eine radikale Preisstrategie. Obi ermittelte, dass Tesla-Rides durchschnittlich nur 8,17 Dollar kosten – deutlich unter Lyft (15,47 Dollar) und weit unter Uber. Die Preisdifferenz beträgt durchschnittlich 7,30 Dollar pro Fahrt. Allerdings leidet der Service unter extrem langen Wartezeiten: Mit durchschnittlich 15,32 Minuten ist die Ankunftszeit von Tesla deutlich schlechter als bei allen anderen Anbietern. Obi-Chef Ashwini Anburajan sieht darin eine bewusste Strategie, die an die frühen Tage von Uber und Lyft erinnert: Niedrige Preise, um Nutzer zu gewinnen, App-Downloads zu steigern und Marktdurchdringung zu erzielen. „Das ist ein bewährtes Geschäftsmodell“, sagt Anburajan, betont aber, dass Wartezeiten entscheidend für die Akzeptanz seien. „Menschen entscheiden sich nicht nur nach dem Preis – sie wollen, dass der Wagen schnell kommt.“ Die Ergebnisse spiegeln eine Veränderung im Markt wider: Waymo wird zunehmend weniger als Premium-Service wahrgenommen, sondern als echte Alternative zu traditionellen Ride-Hailing-Anbietern. Dies korreliert mit Waymos Ausbau im November, bei dem die Flotte von 800 auf über 1.000 Fahrzeuge gesteigert wurde. Gleichzeitig zeigen Umfragen von Obi, dass sich die Haltung der Verbraucher gegenüber autonomen Fahrzeugen wandelt: 48,3 Prozent der Befragten gaben an, dass sie autonome Fahrzeuge künftig als Hauptmittel für Fahrdienste nutzen werden – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 24 Prozent im Juni 2025. „Der Reiz der Neuheit ist verflogen, und das ist gut“, sagt Anburajan. „Mehr Menschen vertrauen den Fahrzeugen jetzt.“ Obwohl die Studie auf einen kurzen Zeitraum beschränkt ist und saisonale Schwankungen berücksichtigt werden müssen, liefert sie ein klares Bild: Der Markt für autonome Mobilität in San Francisco wird zunehmend wettbewerbsintensiv. Tesla setzt auf Marktdurchdringung durch Preis, Waymo auf Qualität und Zuverlässigkeit. Beide Strategien zeigen Wirkung – die Zukunft der Mobilität scheint nicht mehr nur eine Frage der Technologie, sondern auch der Geschäftsmodelle.
