Android 16: KI-Notifizierungen und neue Anpassungsoptionen
Google hat am Dienstag die neue Android 16-Update-Reihe vorgestellt, die erstmals auf Pixel-Geräten verfügbar ist und einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise der Android-Updates markiert. Statt eines jährlichen Hauptupdates wird künftig häufiger aktualisiert, sodass Nutzer schneller auf neue Funktionen zugreifen können. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen künstliche Intelligenz (KI)-basierte Benachrichtigungs-Tools, erweiterte Anpassungsmöglichkeiten und verbesserte Elternkontrollen. Eine zentrale Neuerung ist die automatische Zusammenfassung von Nachrichten und Gruppenchats. Die KI generiert kurze, übersichtliche Zusammenfassungen, sodass Nutzer den Kern einer langen Nachricht oder eines Chatverlaufs auf einen Blick erkennen können. Zusätzlich führt Android 16 einen „Benachrichtigungsorganisator“ ein, der weniger wichtige Benachrichtigungen – wie Werbeangebote, Nachrichten oder soziale Updates – automatisch gruppieren und stummschalten kann, um Ablenkungen zu reduzieren. Für mehr Individualität bietet Android 16 neue Gestaltungsmöglichkeiten: Nutzer können nun benutzerdefinierte Symbolformen wählen, thematische Icons nutzen, die einheitlich über alle Apps hinweg wirken, und eine erweiterte Dunkelmodus-Funktion, die auch hellen Apps automatisch einen dunklen Hintergrund verleiht – auch wenn diese selbst keinen eigenen Dunkelmodus unterstützen. Ein neuer Bereich für Elternkontrollen ist direkt in den Android-Einstellungen verfügbar. Eltern können nun Screen-Time-Limits, Ruhezeiten, App-Nutzungsbeschränkungen und mehr direkt auf dem Gerät ihres Kindes einstellen. Eine PIN schützt diese Einstellungen vor unbefugtem Zugriff. Der Bereich bietet zudem einen direkten Zugang zur Google Family Link-App, die zusätzliche Funktionen wie Schultime, App-Käufe oder Standortwarnungen bietet. Neben den Android 16-Updates bringt Google auch neue allgemeine Funktionen. Die Beta-Funktion „Call Reason“ ermöglicht es, Anrufe an gespeicherte Kontakte als „dringend“ zu markieren. Empfänger sehen dies bei eingehenden Anrufen und können auch nach dem Verpassen die Dringlichkeit in der Anrufliste nachvollziehen. „Expressive Captions“ zeigen Emotionen in Sprache an, wie [freudig] oder [traurig], sodass der Tonfall auch ohne Ton verständlich wird – besonders nützlich bei Video- oder sozialen Medien-Nachrichten. Weitere Verbesserungen: Nutzer können unerwünschte Gruppenchats schneller erkennen und verlassen, wenn eine unbekannte Nummer sie einlädt. Ein Warnhinweis zeigt relevante Informationen an, und der Nutzer kann direkt antworten, die Gruppe verlassen oder die Nummer blockieren. In Chrome funktionieren nun Pinned-Tabs wie auf dem Desktop: Wichtige Seiten bleiben an vorderster Stelle gespeichert. Die Funktion Circle to Search wurde erweitert: Nutzer können nun verdächtige Nachrichten analysieren, indem sie sie umkreisen. Eine KI-Übersicht zeigt an, ob die Nachricht möglicherweise ein Betrug ist. Für die Barrierefreiheit verbessert Google TalkBack: Mit einem zweifingerigen Doppeltipp auf Gboard kann man jetzt direkt mit der Spracherkennung beginnen. Mit Smart Dictation und Gemini können Texte per Sprache eingegeben und mit natürlichen Befehlen bearbeitet werden, wie „Ersetze Montag durch Dienstag“ oder „Mach es kürzer“. Zudem wird die „Guided Frame“-Funktion in der Pixel-Kamera erweitert: Statt nur zu erkennen, ob ein Gesicht im Bild ist, beschreibt sie nun detaillierter, was im Bild zu sehen ist – etwa „ein Mädchen in einem gelben T-Shirt sitzt auf der Couch und schaut auf den Hund“. Auch die Sprachsteuerung Voice Access funktioniert nun ohne physischen Tipp: Mit „Hey Google, starte Voice Access“ kann man das Gerät handsfrei steuern. Zum Abschluss kündigt Google auch die Unterstützung von Fast Pair für Hörgeräte an – zunächst mit Modellen von Demant, darunter Oticon, Sonic und Bernafon. Diese Updates sind ab heute für ausgewählte Pixel-Geräte verfügbar.
