AMD fordert Nvidia mit KI-Racksystem Helios heraus
Auf der Konferenz „Advancing AI“ in San Francisco hat AMD das Helios-System auf Rack-Ebene für KI vorgestellt und es als Lösung zum Trainieren und Ausführen großer, fortschrittlicher Modelle positioniert. Das System integriert 72 Instinct-MI455X-GPUs, 18 EPYC-CPUs der sechsten Generation mit dem Codenamen „Venice“, Pensando-Netzwerktechnologie sowie die ROCM-Software. Der AMD-Vorstandsvorsitzende Lisa Su bezeichnete es als den „KI-Rack mit der höchsten Leistung“. Schätzungen des Unternehmens zufolge kann Helios unter bestimmten Inferenzlast-Fällen bis zu 30 % mehr Tokens pro Dollar verarbeiten als das Nvidia Vera Rubin NVL72. Unternehmen wie OpenAI, Anthropic, Meta, Microsoft und Oracle planen, Helios einzusetzen. So soll OpenAI das System voraussichtlich ab dem vierten Quartal 2026 online stellen; Anthropic beabsichtigt, über Helios maximal zwei Gigawatt an GPUs der MI450-Serie bereitzustellen, wobei das erste Projekt mit einem Gigawatt Kapazität voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 startet. Meta testet derzeit entsprechende Geräte, um sich auf eine skalierbare Bereitstellung vorzubereiten. Gleichzeitig führt AMD die GPUSerie MI400 und Prozessoren der sechsten Generation EPYC ein und stellt die Venice-X-CPU für Hochleistungsrechnen in Rechenzentren vor, deren Markteinführung für 2027 geplant ist. Laut Angaben von Su erfordern Agent-KIs wiederholtes Reasoning, Tool-Aufrufe und Datenzugriffe zur Aufgabenausführung, was den Bedarf an Rechenleistung erheblich steigern wird. AMD geht davon aus, dass der globale Markt für KI-Beschleuniger bis 2030 einen Wert von rund 1,4 Billionen US-Dollar erreichen wird, wobei GPUs weiterhin den Hauptanteil halten werden.
