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Ross Gerber kritisiert Buffetts Apple-Verkauf als Fehler

Tech-Investor Ross Gerber hat Warren Buffett scharf kritisiert, nachdem dieser fast 70 Prozent seiner Apple-Anteile innerhalb von 18 Monaten verkauft hatte. Gerber, Co-Gründer und CEO von Gerber Kawasaki Wealth and Investment Management, betont, dass die aktuelle KI-Blase keineswegs mit der Dotcom-Blase der Jahrtausendwende vergleichbar sei. Er selbst habe die damalige Spekulationsblase miterlebt und sei „durch sie hindurchgetradingt“ – doch die heutige Entwicklung sei anders: Die KI-Revolution treibe echte Produktivitätssteigerungen und Gewinnwachstum voran. Gerber verweist auf die beeindruckenden Zahlen der Magnificent-Seven-Unternehmen: Alphabet erzielte letztes Jahr über 100 Milliarden US-Dollar an Nettoertrag, Nvidia steigerte seinen Gewinn im letzten Quartal um über 50 Prozent. Für ihn sind die hohen Bewertungsmultiple nicht überzogen, sondern gerechtfertigt durch die „irrsinnige“ Profitabilität dieser Unternehmen. Gerber sieht in Apple eine langfristige Wertschöpfungsmaschine, die auch künftig Generationen prägen werde. Sein Unternehmen hält aktuell eine Position von 78 Millionen US-Dollar in Apple – im Gegensatz zu Berkshire Hathaway, das seinen Anteil an Apple stark reduziert hat. Gerber kritisiert, dass Buffett dabei einen erheblichen realisierten Gewinn eingebüßt habe, der steuerlich belastet sei, ohne dass eine bessere Alternative für die Kapitalanlage sichtbar sei. „Es war dumm, das zu verkaufen“, sagt er. Er sieht in Buffett’s Portfolio eine „Sammlung der Vergangenheit“ – mit Unternehmen wie BNSF Railway, die in den letzten Jahren nicht überzeugen konnten. Die Zukunft, so Gerber, erfordere eine radikale Neuausrichtung, die der neue CEO Greg Abel und sein Team bewältigen müssen. Auch die Investition in Kraft Heinz kritisiert Gerber scharf. Er hatte schon vor Jahren Zweifel an der Strategie, insbesondere angesichts des Wandels der Verbrauchergewohnheiten hin zu gesünderen Produkten und an der Zusammenarbeit mit dem Private-Equity-Unternehmen 3G Capital, das bekannt ist für massive Stellenabbau. „Durch Entlassungen wird keine wirtschaftliche Wertschöpfung geschaffen“, sagt er. Die kürzliche Spaltung von Kraft Heinz bestätige seine Einschätzung. Gerber erinnert sich an ein Treffen mit Buffett während der Finanzkrise 2008, bei dem er den Berkshire-Chef bat, AIG zu übernehmen – eine Bitte, die Buffett mit einem skeptischen Blick und einer schnellen Abfahrt quittierte. Daraus zog Gerber den Schluss: „Dieser Mann ist kein Scherzbold.“ Er sieht Buffett als einen der härtesten Geschäftsleute aller Zeiten, der dennoch eine charismatische, zurückhaltende Rolle spielt. Sein Rückzug als CEO am Ende dieses Jahres sei ein Meisterstück der Nachfolgeplanung. „Es ist etwas Großartiges, wenn jemand weiß, wann er sich zurückziehen muss“, sagt Gerber. Er lobt Buffetts Fähigkeit, seine Nachfolger perfekt einzubinden – eine Strategie, die ihm als Vorbild dient. Gerber Kawasaki, das heute über 3 Milliarden US-Dollar an Kundengeldern verwaltet, hat bereits früh in Tesla und Nvidia investiert. Seine Analyse: Die KI-Ära ist kein Hype, sondern eine strukturelle Wende mit tiefgreifenden wirtschaftlichen Auswirkungen – und Unternehmen wie Apple sind dabei zentrale Treiber.

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