Oracle-Aktie fällt nach Rekordhoch um 6 %
Oracle-Aktien gaben am Donnerstag 6 Prozent nach, nachdem sie am Vortag auf einem Rekordhoch von 328,33 Dollar geschlossen hatten. Der Rückgang folgte einer Analyse des Analysten Gil Luria von DA Davidson, der die Begeisterung für Oracle’s jüngste Wachstumsaussichten deutlich zurückhaltend bewertete. Zentraler Anlass war ein Bericht der Wall Street Journal, der unter Berufung auf informierte Quellen berichtete, dass OpenAI Oracle in den kommenden fünf Jahren rund 300 Milliarden Dollar zahlen werde – ein Betrag, der nahezu das gesamte Wachstumspotenzial des Unternehmens ausmachen könnte. Die Nachricht kam auf dem Hintergrund einer beeindruckenden Entwicklung: CEO Safra Catz hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass Oracle vier mehrere Milliarden Dollar umfassende Verträge mit drei Kunden abgeschlossen habe. Daraufhin stieg der Aktienkurs in der Erweiterungshandelszeit um 30 Prozent, am Mittwoch folgte ein weiterer Anstieg um fast 36 Prozent. Die verbleibende Leistungspflicht – ein Maß für zukünftig erwartete Einnahmen, die noch nicht verbucht wurden – stieg auf 455 Milliarden Dollar, ein Anstieg um 359 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Oracle rechnet mit einer 14-fachen Steigerung des Cloud-Infrastrukturumsatzes bis 2030. Die Dynamik wird durch die steigende Nachfrage nach leistungsstarker Rechenleistung für künstliche Intelligenz-Anwendungen getrieben, insbesondere solche, die auf Nvidia-Chips basieren. Die Zusammenarbeit mit OpenAI umfasst die Errichtung von 4,5 Gigawatt an US-amerikanischen Rechenzentrumskapazitäten. Beide Unternehmen bestätigten die Berichte nicht, betonten aber die strategische Bedeutung der Partnerschaft. Luria warnte jedoch, dass das explosive Wachstum fast ausschließlich von einem einzigen Kunden abhänge, was die langfristige Nachhaltigkeit und Diversifizierung der Einnahmen in Frage stelle. Der Analyst vertritt eine neutrale Einstellung zu Oracle-Aktien, da die Abhängigkeit von OpenAI ein erhebliches Risiko darstellt. Die hohe Marktkapitalisierung und die aggressive Wachstumsprognose haben Oracle zu einem der wichtigsten Akteure im AI-Infrastruktur-Sektor gemacht, doch die Abhängigkeit von einem einzigen Kunden könnte die langfristige Stabilität gefährden. Experten warnen, dass ein Ausfall oder Verzögerung der OpenAI-Bezahlungen gravierende Auswirkungen auf die Gewinnprognosen haben könnte. Oracle bleibt trotzdem ein Schlüsselplayer im Wettlauf um die künftige Cloud- und KI-Infrastruktur, aber die aktuelle Bewertung spiegelt zunehmende Skepsis wider, insbesondere bezüglich der Diversität der Kundengrundlage.
