Tesla expandiert Robotaxi-Service in mehreren US-Städten – trotz regulatorischer Hürden
Tesla beschleunigt ihre Rekrutierung in mehreren US-Bundesstaaten, um Elons Musk’ ambitionierten Zeitplan für den Start des Robotaxi-Dienstes bis Ende 2025 zu erfüllen. Laut Musk soll der autonome Ride-Hailing-Service in acht bis zehn Großstädten starten, wobei mehr als 1.000 Fahrzeuge eingesetzt werden sollen. Bisher ist der Dienst in San Francisco und Austin aktiv, und bei der Aktionärsversammlung im November kündigte Tesla an, nun auch Las Vegas, Phoenix, Dallas, Houston und Miami ins Visier zu nehmen. Jobanzeigen im November zeigten über 40 Stellen im Bereich Robotaxi in Städten wie Orlando, Tampa und Las Vegas – von Fahrzeugbetreuern bis hin zu Logistikmanagern. In Austin sucht Tesla Fahrzeugoperatoren und Spezialisten, die vor Ort auf Unfälle reagieren können, während in San Francisco weiterhin Autopilot-Ingenieure gesucht werden. Zudem engagiert das Unternehmen Testfahrer, die die autonome Software trainieren, und einen Spezialisten für Versicherungsansprüche, der die Abwicklung von Unfällen im Robotaxi-Netzwerk übernimmt. Die breite geografische Verteilung der Stellen – über ein Dutzend Städte in zehn Bundesstaaten – unterstreicht Teslas Bemühungen, den Dienst rasch zu skalieren. Musk sprach von einer „hyperexponentiellen“ Ausweitung, und kündigte an, dass die autonome Ride-Hailing-Technologie bis Ende des Jahres in der Hälfte der US-Bevölkerung verfügbar sein könnte. Die Strategie basiert auf Teslas vision-basiertem System, das auf Daten von Millionen Tesla-Fahrern trainiert wird und auf teure LiDAR- und Radartechnologie verzichtet. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Waymo und Zoox, die bereits seit Jahren in mehreren Städten operieren, ist Teslas Fortschritt bislang begrenzt: Seit Juli hat der Dienst in Kalifornien über 40.000 Fahrten absolviert, während Waymo im März allein 700.000 Fahrten erbrachte. Trotz des Personalwachstums stehen Tesla jedoch erhebliche regulatorische Hürden im Weg. In Kalifornien, das strengste Vorschriften für autonome Fahrzeuge hat, verfügt Tesla derzeit nur über eine Genehmigung zum Testen mit Sicherheitsfahrer, nicht aber für den kommerziellen Betrieb ohne Fahrer. Die zuständige Behörde, die California Public Utilities Commission, bestätigte, dass Tesla noch keine Antrag auf kommerzielle Lizenz gestellt hat. In Texas, wo die Vorschriften lockerer sind, müssen Unternehmen ab Mai 2026 eine Genehmigung für kommerziellen Einsatz erhalten – der Antrag wird Anfang April 2026 verfügbar sein. In Nevada und Florida ist Versicherungsnachweis Pflicht. Lokale Behörden in mehreren Städten, darunter Tampa und Phoenix, bestätigten, dass Tesla noch keine Kontakte aufgenommen hat. Derzeit fährt der Robotaxi-Dienst in Austin mit einem Sicherheitsfahrer im Fahrzeug. Trotz dieser Hürden bleibt Musk zuversichtlich. Auf der dritten Quartals-Gewinnpräsentation betonte er, dass der Rollout nur beschleunigen werde: „Es wird wie eine Schockwelle sein.“ Industrieanalysten sehen die Chancen für Tesla als riskant, da die regulatorische Unsicherheit und der technologische Rückstand gegenüber etablierten Playern wie Waymo bestehen. Dennoch signalisieren die massiven Rekrutierungsaktivitäten, dass Tesla die autonome Mobilität als zentrales Wachstumsthema betrachtet. Die Fähigkeit, die Infrastruktur, die Software und die Regulierung gleichzeitig zu meistern, wird entscheidend sein.
