Nvidia-Ingeneur gründet Cloud-Startup in North Carolina
Derek Fulton, ein 31-jähriger ehemaliger Softwareingenieur bei Nvidia, hat gemeinsam mit seiner Frau Alice Fulton in North Carolina das Cloud-Startup Carolina Cloud gegründet. Nach einer frühen Affinität zu Technologie – beginnend mit dem ersten MacBook im Alter von 11 Jahren – verfolgte Fulton Karrieren in der Datenwissenschaft und als quantitativer Analyst in der Finanzbranche. Die Chance, bei Nvidia zu arbeiten, sah er als kritischen Wendepunkt: „Ich wollte sehen, was die große Firma wirklich leistet.“ Zunächst war er begeistert von der Möglichkeit, Software als Endprodukt zu entwickeln. Doch bereits nach wenigen Monaten spürte er eine stagnierende Entwicklung. Ein hierarchisches Management, starre Arbeitsweisen und der Ausschluss von Projekten außerhalb des etablierten Rahmens führten zu einer zunehmenden Frustration. Trotz eines Gehalts im unteren sechsstelligen Bereich – keineswegs lebensverändernd – fühlte er sich im Unternehmen nicht mehr herausgefordert. Die Lohnunterschiede zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitern trugen zudem zu einer gespannten Kultur bei. Für Fulton war klar: Entweder lernt man oder verdient. Da er nicht mehr lernte, entschied er sich, sein eigenes Unternehmen zu gründen – ein Ziel, das er sich seit langem gesetzt hatte. Mit einer Eigeninvestition von rund 20.000 US-Dollar startete Carolina Cloud als familiengeführter Cloud-Anbieter. Der Fokus liegt nicht auf GPUs, wie bei vielen Konkurrenten, sondern auf leistungsstarken CPUs, die nach Ansicht der Fultons zuverlässiger, energieeffizienter und kostengünstiger sind. Ziel ist es, einen wettbewerbsfähigen, transparenten und kostengünstigen Cloud-Service anzubieten – besonders für anspruchsvolle Anwendungen in der Finanzbranche und im Bereich Genomik, mit Kunden vor allem im Research Triangle. Carolina Cloud unterscheidet sich von Hyperscalern durch niedrigere Preise, keine Egress-Gebühren und persönlichen Support. Die Gründung hatte zudem eine positive Wirkung auf Fultons psychische Gesundheit: Nach dem Ausscheiden aus Nvidia verbesserten sich seine Schlafqualität, soziale Interaktionen und allgemeines Wohlbefinden. Er arbeitet nun nach eigenen Regeln, was ihm wieder Freude an der Technologie zurückgegeben hat. Obwohl der Aufbau eines Unternehmens Zeit braucht, hat er sich ein Ziel gesetzt: Wenn Carolina Cloud in 18 Monaten nicht profitabel ist, kann er jederzeit zu einem traditionellen Job zurückkehren. Bisher zeigt die Nachfrage jedoch vielversprechende Signale. Industrieanalysten sehen in Fultons Schritt ein typisches Beispiel für die wachsende Trendwende junger Tech-Talente weg von großen, hierarchischen Unternehmen hin zu eigenständigen, agilen Start-ups. Carolina Cloud positioniert sich als Antwort auf die hohen Kosten und mangelnde Flexibilität etablierter Cloud-Anbieter – mit einem Fokus auf langfristige Nachhaltigkeit und technologische Unabhängigkeit. Die Fultons demonstrieren, dass auch in der Cloud-Industrie ein kleiner, familiengeführter Anbieter mit klarer Strategie und Wertorientierung erfolgreich sein kann.
