xAI wirft OpenAI Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen und Mitarbeitergewinnung vor
Elon Musk’s artificial intelligence startup xAI hat einen neuen Rechtsstreit gegen OpenAI eingeleitet und wirft dem Entwickler von ChatGPT den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen und gezielte Rekrutierung ehemaliger Mitarbeiter vor. In einer Klage, die am Mittwoch vor dem US-Bezirksgericht für den Nordlichen Bezirk von Kalifornien eingereicht wurde, behauptet xAI, dass OpenAI systematisch ehemalige xAI-Mitarbeiter angeheuert habe, um Zugang zu vertraulichen Technologien rund um den Chatbot Grok zu erlangen. Die Anwälte von Musk beschreiben dies als eine „tiefgreifende, beunruhigende Vorgehensweise“, bei der OpenAI gezielt Personen mit Kenntnissen über Schlüsseltechnologien und Geschäftspläne anvisiere. Die Klage wirft OpenAI zudem vor, Mitarbeiter dazu zu ermutigen, ihre Vertraulichkeitsverpflichtungen gegenüber xAI zu verletzen. Insbesondere wird der ehemalige xAI-Ingenieur Xuechen Li genannt, der bereits im August von xAI wegen des Verdachts des Geheimnisverrats verklagt wurde. Im September erhielt xAI eine vorläufige gerichtliche Anordnung, die Li daran hindert, mit OpenAI an KI-Technologien zu arbeiten oder darüber zu kommunizieren. Laut einer Quelle von Business Insider hat Li nie tatsächlich bei OpenAI gearbeitet. Zudem wird in der Klage behauptet, dass OpenAI den früheren xAI-Ingenieur Jimmy Fraiture und einen leitenden Finanzexperten angeheuert habe, um vertrauliche Informationen zu erhalten – obwohl Fraiture selbst nicht als Beklagter genannt wird. OpenAI reagierte mit einer Aussage, in der es die Klage als „neuesten Abschnitt der ständigen Belästigung durch Mr. Musk“ bezeichnete und betonte, dass es keine Toleranz für Verstöße gegen Vertraulichkeitsvereinbarungen habe und kein Interesse an Geschäftsgeheimnissen anderer Labore verfolge. Der Rechtsstreit ist Teil eines zunehmend eskalierenden Konflikts zwischen Musk und OpenAI, das er 2015 mitbegründet hatte. xAI hatte bereits im August Apple wegen eines mutmaßlichen Bündnisses mit OpenAI zur Unterdrückung der Konkurrenz verklagt. Musk wirft OpenAI zudem vor, seine ursprünglich nonprofit-orientierte Mission aufgegeben und sich zu einem profitorientierten Unternehmen entwickelt zu haben. OpenAI hat bereits eine Gegenklage wegen Belästigung eingereicht. Anwälte von xAI und Musk selbst gaben keine Stellungnahme ab. Die Auseinandersetzung spiegelt die zunehmend heftige Rivalität im KI-Sektor wider, in dem Unternehmen nicht nur technologisch, sondern auch rechtlich und strategisch um Einfluss ringen. Die Klage unterstreicht die Bedeutung von geistigem Eigentum und Mitarbeiterbindung in der rasch wachsenden KI-Industrie. Branchenexperten warnen, dass der Rechtsstreit möglicherweise die Innovationsdynamik behindern könnte, wenn Unternehmen sich mehr auf Rechtsstreitigkeiten als auf Entwicklung konzentrieren. xAI, gegründet 2023, positioniert sich als direkter Konkurrent zu OpenAI und Google DeepMind, während OpenAI weiterhin mit einem starken Fokus auf ethische KI und öffentliche Partnerschaften operiert. Die Entwicklung wird eng verfolgt, da sie möglicherweise Präzedenzfälle für zukünftige Konflikte im KI-Sektor schaffen könnte.
