KI revolutioniert Gesundheit und Finanzen – von frühzeitiger Erkennung bis zu effizienter Verwaltung
Künstliche Intelligenz (KI) ist auf dem Weg, Branchen von der Gesundheitsversorgung bis hin zur Finanzwelt grundlegend zu verändern. In ihrer Rede auf der Jackson Hole Economic Policy Symposium stellte Ruth Porat, CFO von Google, die transformative Kraft der KI vor – nicht nur für Zentralbanken und Finanzinstitute, sondern für ganze Volkswirtschaften. Ausgehend von Google Trends-Daten zeigte sie, wie sich die öffentliche Wahrnehmung von KI in den letzten Jahren von Angst vor Arbeitsplatzverlusten hin zu einem Fokus auf Chancen gewandelt hat, exemplarisch sichtbar an der steigenden Zahl von Suchanfragen wie „Wie kann ich KI nutzen?“ oder „Kann KI Krebs heilen?“. Porat entwickelte ein mentales Modell aus drei Säulen, das die KI-Nutzung in Gesundheit und Finanzen verbindet: Wissenschaftliche Fortschritte, Früherkennung und Betriebliche Effizienz. Im Bereich der Medizin verdeutlichte sie mit dem Beispiel von AlphaFold – einer KI, die die dreidimensionale Struktur von Proteinen vorhersagen kann – wie KI bisher unmögliche Aufgaben löst. Was früher Jahrzehnte dauerte, wurde in Monaten erledigt, was die Entwicklung neuer Krebsmedikamente beschleunigt. In der Onkologie hilft KI Pathologen, kleinste Tumorzellen in Lymphknoten zu erkennen, die menschliche Augen übersehen könnten – die Diagnosezeit halbiert, die Genauigkeit erhöht. In der Finanzwelt überträgt sich dies auf Risikomanagement: KI-Systeme analysieren Transaktionsmuster in Echtzeit, identifizieren verdächtige Aktivitäten wie Geldwäsche, die über den 10.000-Dollar-Schwellen liegen, und reduzieren Falschalarme um 60 %. In der Cybersicherheit setzt Google DeepMind mit dem KI-Agenten „Big Sleep“ neue Maßstäbe: Er fand kritische Sicherheitslücken, bevor sie ausgenutzt wurden – das erste Mal, dass KI einen laufenden Angriff im Wilden verhinderte. Auch in der operativen Effizienz bringt KI signifikante Verbesserungen. In Kundenservice-Systemen reduziert KI Routineanfragen, sodass Mitarbeiter sich auf komplexe Fälle konzentrieren können. Tools wie NotebookLM ermöglichen es, Dokumente, Videos und Audio zu analysieren, Trends zu erkennen und Ergebnisse als Podcast zu generieren. Entwickler profitieren von KI-Code-Assistenten, die die Produktivität steigern. Im Bereich der Kundenansprache nutzt Google agente KI, um Beratern bei der Betreuung von HENRYs (High Earners, Not Rich Yet) zu unterstützen – durch personalisierte Empfehlungen, die die Vorbereitungszeit um über 60 % senken. Porat betonte, dass der Erfolg von KI nicht zufällig entsteht, sondern durch strukturierte Innovation und Führung von oben. Google fördert dies durch „Google Labs“, wo kleine Teams schnelle Prototypen entwickeln. Der Schlüssel: Führungskräfte müssen KI selbst verstehen, experimentieren und eine Kultur der KI-Integration schaffen. KI steckt noch in den Anfängen, doch ihr Potenzial für Effizienz, Innovation und gesellschaftlichen Fortschritt ist immens. Bewertung: Branchenexperten sehen in Porats Ansprache eine klare Strategie für die KI-Transformation. Google positioniert sich nicht nur als Technologieanbieter, sondern als Impulsgeber für verantwortungsvolle, wirtschaftlich und gesellschaftlich sinnvolle KI-Nutzung. Die Integration von KI in Risikomanagement, Sicherheit und Kundenservice zeigt, dass die Technologie nicht nur für Tech-Unternehmen relevant ist, sondern für die gesamte Wirtschaft. Die Betonung auf organisatorischer Struktur und Führungspersönlichkeit unterstreicht, dass technischer Fortschritt allein nicht ausreicht – Erfolg erfordert Kultur, Kuration und Kreativität.
