AI treibt Arbeitsmarktschwäche voran, sagt Trump-Ökonom Hassett
Kevin Hassett, ehemaliger Leiter des National Economic Council in der Trump-Administration, verbindet die aktuelle Verlangsamung des Arbeitsmarktes mit der raschen Entwicklung künstlicher Intelligenz. In einem Interview mit CNBCs „Squawk Box“ erklärte er, dass KI die Produktivität von Arbeitnehmern derart steigere, dass Unternehmen zunehmend auf neue Einstellungen verzichteten – insbesondere von frisch Graduierten. „Es könnte eine Art ‚leise Phase‘ im Arbeitsmarkt geben“, sagte Hassett, da Firmen feststellen, dass bestehende Mitarbeiter durch KI-Unterstützung deutlich effizienter arbeiten. Dies führe dazu, dass der Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern sinkt, selbst wenn die Wirtschaft insgesamt wachse. Trotz dieser kurzfristigen Stagnation betont Hassett, dass KI langfristig neue Arbeitsplätze schaffen werde. Er vertraut darauf, dass ein freier Markt durch wachsende Produktivität und Einkommen neue Konsumformen und Wirtschaftszweige hervorbringen werde, die wiederum Nachfrage nach Arbeitskräften erzeugen. Seine These ist Teil einer breiteren Strategie der Trump-Administration, die KI als Triebfeder für wirtschaftliches Wachstum sieht. So hat Trump mehrere Verordnungen unterzeichnet, um regulatorische Hürden abzubauen und die Infrastruktur für KI zu stärken – darunter das $500-Milliarden-„Stargate-Projekt“ zur Förderung von Rechenzentren. Untermauert wird Hassetts These durch eine Studie der Stanford University, die zeigt, dass KI bereits Einstellungen von Einsteigern im Softwarebereich ersetzt. Bis Juli 2025 könnte die Beschäftigung von 22- bis 25-Jährigen in der IT-Branche um fast 20 Prozent gegenüber dem Höchststand Ende 2022 zurückgegangen sein. Dies spiegelt sich auch in den jüngsten Unternehmensentscheidungen wider: So kündigte Amazon im Oktober an, rund 14.000 Stellen in der Unternehmenssparte zu streichen, Target plant 1.000 Stellen im Büro-Bereich zu eliminieren, um „doppelte Aufgaben“ zu beseitigen. Die neuesten offiziellen Daten des Arbeitsministeriums zeigen, dass im August nur 22.000 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsplätze hinzugefügt wurden – weit unter der Erwartung von 80.000. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,3 Prozent, das höchste Niveau seit Oktober 2021. Da seit dem Regierungsstillstand keine neuen Zahlen vorliegen, bleibt die Entwicklung unklar, doch die Trendwende in der Arbeitsmarktpolitik scheint klar: KI verändert nicht nur die Art der Arbeit, sondern auch die Dynamik der Beschäftigung. Industrieanalysten sind geteilt. Einige warnen vor einer strukturellen Veränderung, die insbesondere jüngere Fachkräfte hart trifft, während andere betonen, dass KI historisch gesehen immer neue Berufe geschaffen hat. Die Trump-Administration positioniert sich als Befürworter der KI-Revolution, doch die langfristigen sozialen und wirtschaftlichen Folgen bleiben ungewiss.
