CMS und Humata beschleunigen klinische Genehmigungen mit KI
Das Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) hat Humata Health als zentralen Technologiepartner für sein neuartiges WISeR-Modell ausgewählt, das ab Januar 2026 in sechs Bundesstaaten – Arizona, Ohio, Oklahoma, New Jersey, Texas und Washington – lanciert wird. Ziel des Programms ist es, die Priorisierung von medizinischen Leistungen sicherer, schneller und gerechter zu gestalten, insbesondere bei 17 Dienstleistungen, die historisch hohe Raten an Betrug, Verschwendung, Missbrauch und potenzieller Patientenschädigung aufweisen. Humata wird als Hauptpartner für Oklahoma tätig und wird alle Anträge auf vorherige Genehmigung (Prior Authorization) für Anbieter im Bundesstaat verarbeiten. Die KI-gestützte Plattform von Humata analysiert klinische Unterlagen automatisch und vergleicht sie mit bestehenden Medicare-Abdeckungsrichtlinien, um so schnell wie möglich „Ja“-Entscheidungen zu ermöglichen – oft innerhalb von Tagen statt Wochen. Bei klaren Fällen erfolgt eine sofortige Genehmigung; komplexe Fälle werden an menschliche Fachkräfte weitergeleitet, wobei die KI nie eine Ablehnung vornimmt. Der Fokus liegt auf sogenannten Low-Value-Services, also Leistungen, die nach wissenschaftlicher Evidenz nur geringen oder gar keinen Nutzen bringen, Schaden verursachen können und zu hohen Kosten führen. Beispiele sind Kniearthroskopien bei Patienten über 65, die nach einer 2018er-Studie der Johns Hopkins University kaum Vorteile bieten, oder Hautersatzmaterialien, deren Ausgaben von 2022 bis 2024 um 640 % stiegen – auf 10 Milliarden US-Dollar – trotz mangelnder klinischer Beweise und zahlreicher Betrugsfälle. Laut einer 2024er-Studie des Lown Institute erhalten jährlich bis zu 40 % der Medicare-Begünstigten eine solche unnotwendige Behandlung, was zu erheblichen Gesundheits- und Finanzrisiken führt. In drei Jahren wurden allein in US-Hospitälern über 200.000 unnötige Wirbelsäulenchirurgien an Medicare-Patienten durchgeführt – eine pro acht Minuten. Humata, 2023 gegründet und bereits in Hunderten von Krankenhäusern im Einsatz, hat sich durch eine Reduktion der Genehmigungszeiten um über 50 %, eine Senkung der vermeidbaren Ablehnungen um bis zu 40 % und eine Verringerung manueller Bearbeitungsschritte um 45 % einen Namen gemacht. Die Technologie ist „Built for Yes“ – ausgerichtet auf die Beschleunigung des Zugangs zu notwendiger Versorgung, ohne Kompromisse bei Sicherheit oder Konsistenz. Dr. Jeremy Friese, Gründer und CEO von Humata, betont, dass das Unternehmen die Verantwortung spüre, die Medizin durch Technologie zu vereinheitlichen: „Wir wollen zeigen, dass Technologie Ärzte und Versicherer zusammenbringen kann – für den Patienten.“ Industriebeobachter sehen in der WISeR-Initiative einen Meilenstein für die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung. Die Kombination aus klinischer Expertise, künstlicher Intelligenz und regulatorischer Unterstützung könnte ein Vorbild für nationale Reformen werden. Humata, unterstützt von renommierten Investoren wie Blue Venture Fund, LRVHealth und Highmark Ventures, positioniert sich als Pionier in der KI-gestützten Versorgungsoptimierung. Die Initiative könnte nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Vertrauensbasis zwischen Patienten, Ärzten und Versicherern stärken.
