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Salescrowdsourcing KI-Roadmap mit Kunden

Salesforce hat eine neue Strategie entwickelt, um im rasanten Tempo der künstlichen Intelligenz wettbewerbsfähig zu bleiben, indem es seine Roadmap in Echtzeit mit Kunden gemeinsam erarbeitet. Das Unternehmen, das traditionell im Kundenservice-Management tätig ist, setzt nun auf eine direkte und hochfrequente Zusammenarbeit mit einer großen Zahl von Nutzern, um die Entwicklung seiner KI-Produkte zu steuern. Statt auf jährliche Planungen zu setzen, treffen sich Salesforce-Vertreter mit ausgewählten Kunden teilweise wöchentlich, um Feedback zu sammeln und Produkte sofort anzupassen. Jayesh Govindarajan, Executive Vice President von Salesforce AI, betont, dass die 18.000 Kunden eine enorme Informationsquelle darstellen. Durch diesen engen Austausch kann Salesforce Kontext besser verstehen und autonome Agens-Systeme weiterentwickeln. Dies war entscheidend für die Einführung der Agentforce-Plattform, die als Management-System für KI-Agenten dient und die Lücke schließt, die zwischen allgemeinen Sprachmodellen und der tatsächlichen Unternehmensanwendung klaffte. Muralidhar Krishnaprasad, CTO von Salesforce Engineering, erklärt, dass viele Unternehmen die Technologie zwar nutzen wollten, aber die notwendige Infrastruktur dafür fehlte. Durch die Zusammenarbeit mit Kunden konnten spezifische Anforderungen wie Beobachtbarkeit und deterministische Kontrolle identifiziert und in die Produktentwicklung integriert werden. Die Geschwindigkeit dieser Entwicklung ist bemerkenswert. Salesforce verzichtet auf starre Produktzeitpläne und orientiert sich stattdessen an thematischen Schwerpunkten, die direkt aus dem Kundenfeedback entstehen. Ein konkretes Beispiel ist der Anbieter Engine, ein Reiseverwaltungsdienst. Die dortigen Teams arbeiten eng mit Salesforce zusammen und erhalten Zugang zu Beta-Features, noch bevor diese allgemein veröffentlicht werden. Elia Wallen, Gründer von Engine, berichtet, dass sein Feedback zu Sprach-Interaktionen direkt in die Verbesserung der KI-Agenten einfloss, was zu messbaren Leistungssteigerungen führte. Diese enge Bindung ermöglicht es Salesforce, Probleme zu lösen, bevor die Technologie veraltet, und gleichzeitig die Produkte an die realen Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Auch andere Kunden profitieren von diesem Modell. Die Bundes-Kreditunion PenFed entwickelte eigene IT-Service-Management-Workflows basierend auf Salesforce-Tools. Da diese Lösung erfolgreich war, übernahm Salesforce sie und machte sie für die gesamte Kundenbasis verfügbar. Dies zeigt, wie Kundeninnovationen direkt in das Hauptprodukt einfließen können. Allerdings birgt dieser Ansatz auch Risiken. Er basiert auf der Annahme, dass die Kunden wissen, was sie wollen, obwohl viele Unternehmen noch unsicher sind, welchen konkreten Nutzen KI für ihre Geschäftsprozesse hat. Zudem bedeutet frühes Testen nicht zwangsläufig langfristige Nutzung oder Vertragsverlängerungen. Interessanterweise wendet Salesforce dieses Prinzip auch intern an. Die Mitarbeiter nutzen die eigenen KI-Tools intensiv, um Schwachstellen zu erkennen und die Produkte zu testen. Das Unternehmen reagiert flexibel auf technologische Veränderungen, indem es Teams und Ressourcen schnell umstrukturiert, wie etwa bei der Entstehung der Agenten-KI. Diese Anpassungsfähigkeit ermöglicht es Salesforce, auf unerwartete Markttrends zu reagieren und gleichzeitig die Kundenerwartungen präzise zu treffen. Durch diese bottom-up-Strategie stärkt Salesforce nicht nur seine Produkte, sondern auch die Partnerschaft mit seinen Kunden, was im schnelllebigen KI-Umfeld einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellt.

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