Zendesk stellt KI-Agenten vor, die 80 Prozent der Support-Anfragen lösen
Zendesk hat am Mittwoch während seines AI-Gipfels eine Reihe neuer KI-gesteuerter Produkte vorgestellt, die die Unternehmensstrategie grundlegend verändern sollen. Im Mittelpunkt steht ein autonomer Support-Agent, den Zendesk nach eigenen Angaben in der Lage sein wird, 80 Prozent aller Support-Anfragen ohne menschliche Intervention zu lösen. Ergänzt wird das System durch einen Co-Pilot-Agenten, der menschliche Techniker bei den verbleibenden 20 Prozent der komplexeren Fälle unterstützt, sowie durch einen Admin-Agenten, einen sprachbasierten Agenten und einen Analytics-Agenten. Diese Lösungen sollen die Effizienz von Kundenservice-Systemen erheblich steigern und die Abhängigkeit von menschlichem Personal verringern. Shashi Upadhyay, Präsident für Produkt, Engineering und KI bei Zendesk, betonte, dass die Branche sich in einer tiefgreifenden Transformation befindet: „Die Welt wird sich von Software, die für menschliche Benutzer konzipiert ist, hin zu Systemen verschieben, in denen KI den Großteil der Arbeit übernimmt.“ Die Aussage wird durch unabhängige Benchmarks gestützt: So löst der führende KI-Modell Claude Sonnet 4.5 laut TAU-bench, einem Test zur Werkzeugnutzung von KI, 85 Prozent von Support-Szenarien – darunter auch Rücksendungen – erfolgreich. Die technologische Basis für die neuen Agenten wurde durch eine Reihe strategischer KI-Übernahmen gelegt. Dazu gehören die Akquisitionen von Hyperarc (Juli 2024), die den neuen Analytics-Agenten liefert, Klaus (Februar 2024), ein agenter System für Qualitätssicherung und Prozessautomatisierung, sowie Ultimate (März 2024), ein Automatisierungsplattform. Diese Investitionen folgten einem turbulenten Investor-Konflikt im Jahr 2022 und markieren einen klaren Fokus auf KI-Integration. Zendesk hat die neuen Systeme bereits mit ausgewählten Kunden getestet. Laut Upadhyay stieg die Kundenzufriedenheit bei diesen Piloten um fünf bis zehn Punkte. Während viele Unternehmen wie Airbnb oder Regal Theaters bereits Chatbots für einfache Informationsabfragen einsetzen, unterscheidet sich Zendesks Ansatz durch die Fähigkeit zur selbstständigen Aktion – etwa zur Bearbeitung von Rücksendungen oder zur Problembehebung ohne menschliche Eingriffe. Die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten erheblich sein. Zendesk’s Resolution Platform verarbeitet derzeit jährlich 4,6 Milliarden Tickets für fast 20.000 Kunden. In den USA allein beschäftigt der Kundenservice rund 2,4 Millionen Mitarbeiter – weltweit sind es weit mehr. Eine weitreichende Automatisierung könnte nicht nur Kosten senken, sondern auch die Servicegeschwindigkeit und Konsistenz verbessern. Branchenexperten sehen in der Entwicklung eine wichtige Meilensteine in der KI-Transformation des Kundenservices. „Zendesk zeigt, wie KI nicht nur als Hilfsmittel, sondern als zentraler Akteur im Supportprozess funktionieren kann“, sagt eine Analystin von Gartner. Die Integration von agentenbasierten Systemen, die nicht nur reagieren, sondern auch planen und handeln, könnte die Grundlage für eine neue Generation von digitalen Arbeitskräften sein. Mit seiner KI-Strategie positioniert sich Zendesk als Vorreiter in der Automatisierung von Kundenservice – ein Schritt, der möglicherweise auch andere Softwareanbieter zur Nachahmung zwingt.
