Marissa Mayer gründet Dazzle, das 8 Mio. USD von Kirsten Green erhält
Marissa Mayer, ehemalige CEO von Yahoo, zieht sich nicht aus der digitalen Revolution zurück und macht nun erneut einen großen Schritt in die Zukunft der Künstlichen Intelligenz. Nach sechs Jahren an der Spitze von Sunshine, einem Fototeilungs- und Kontaktmanagement-Startup, das trotz hoher Erwartungen und einer Gesamtfinanzierung von 20 Millionen Dollar nicht erfolgreich wurde, hat Mayer das Unternehmen aufgelöst, um Dazzle zu gründen – ein neues Startup, das sich auf die Entwicklung fortschrittlicher KI-Personal-Assistenten konzentriert. Die neue Firma hat bereits eine Seed-Runde von 8 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 35 Millionen Dollar abgeschlossen. Führend war dabei Kirsten Green von Forerunner Ventures, die bereits für erfolgreiche Konsummarken wie Warby Parker, Chime und Dollar Shave Club sorgte. Weitere Investoren sind Kleiner Perkins, Greycroft, Offline Ventures, Slow Ventures und Bling Capital. Mayer selbst hat auch eigenes Kapital in das Projekt gesteckt. Green sieht in Dazzle eine Chance, den lang erwarteten Durchbruch im Bereich der KI-Verbraucheranwendungen zu schaffen. Sie betont, dass Enterprise-KI zu Beginn der KI-Revolution dominierte, während KI-Produkte für Endverbraucher erst jetzt reif für eine Welle des Wachstums sind. Die Tatsache, dass Green als Lead-Investor an Bord ist, verleiht Dazzle erhebliches Gewicht – besonders nach dem Misserfolg von Sunshine. Mayer selbst räumt ein, dass Sunshine zu „trivialen“ Problemen angriff und nicht die nötige Benutzerfreundlichkeit und Verfeinerung erreichte. Die ursprüngliche Idee von Sunshine, als Lumi Labs gegründet 2018, war eine Abonnement-App namens „Sunshine Contacts“, die Kontaktlisten durch öffentliche Daten ergänzte – ein Ansatz, der bei Datenschützern Kritik auslöste. Später wurde das Angebot um Ereignismanagement und „Shine“, eine KI-gestützte Fototeilungs-Funktion, erweitert. Doch diese Erweiterungen wurden wegen ihres veralteten Designs und mangelnder Akzeptanz ebenfalls als gescheitert angesehen. Trotz des finanziellen Engagements der Investoren, die nun 10 Prozent der Anteile an Dazzle erhalten, blieb Sunshine letztlich ohne nennenswerte Marktposition. Mayer erkennt an, dass die früheren Ziele zu klein und nicht ausreichend transformatorisch waren. Mit Dazzle hingegen will sie ein Produkt schaffen, das die Art und Weise, wie Menschen mit Technologie interagieren, erneut verändern kann. Vor ihrer Zeit bei Yahoo war Mayer Mitarbeiterin Nummer 20 bei Google, wo sie maßgeblich an der Gestaltung von Google Search, Google Maps und AdWords beteiligt war. „Ich hatte das seltene Privileg, an zwei Unternehmen zu arbeiten, die die Art und Weise, wie Menschen Dinge tun, verändert haben“, sagt sie. „Yahoo definierte für viele den Internet-Alltag. Google veränderte Suchen und Karten. Ich möchte erneut ein Produkt schaffen, das solch eine Wirkung hat.“ Dazzle wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres aus dem Geheimnis treten. Die Website dazzle.ai ist derzeit passwortgeschützt, was auf eine gezielte, vorsichtige Markteinführung hindeutet. Die Erfahrungen aus Sunshine, so Mayer, werden ihr helfen, ein robusteres und bedeutungsvolleres Unternehmen aufzubauen.
