Snap-Stock steigt um 11% nach 16% Stellenstreichungen durch KI
Die Aktien von Snap stiegen am Mittwoch um fast elf Prozent, nachdem das Unternehmen bekannt gab, bis zu sechzehn Prozent seiner globalen Belegschaft zu entlassen. Als Hauptgrund für diese drastischen Personalabbau-Maßnahmen nennt der Konzern die durch künstliche Intelligenz (KI) ermöglichten Effizienzsteigerungen. CEO Evan Spiegel teilte den Mitarbeitern in einem Schreiben mit, dass die Kürzungen etwa eintausend Stellen betreffen dürften. Zudem werden mindestens dreihundert offene Positionen nicht mehr besetzt werden. Der Kurs der Aktie legte im Vorhandel bereits um knapp elf Prozent zu. Snap, das Mutterunternehmen der beliebten Messaging-Plattform Snapchat, plant, Ressourcen in die wichtigsten Unternehmensinitiativen umzuschichten, wobei der Fokus auf der Steigerung des Nettogewinns liegt. Spiegel beschrieb den Herbst des Vorjahres als entscheidenden Wendepunkt, der ein neues, schnelleres und effizienteres Arbeitsmodell erfordere, das auf profitables Wachstum ausgerichtet ist. Er betonte, dass die rasanten Fortschritte in der KI den Teams helfen sollen, wiederkehrende Aufgaben zu reduzieren, die Arbeitsgeschwindigkeit zu erhöhen und die Gemeinschaft sowie Partner und Werbetreibende besser zu unterstützen. Das Unternehmen berichtete bereits von ersten Erfolgen, bei denen kleine Teams KI-Tools nutzten, um in Bereichen wie dem Abo-Service Snapchat+, der Leistung der Werbeanzeigen-Plattform und der Effizienz der Infrastruktur von Snap Lite bedeutende Verbesserungen zu erzielen. Finanziell wird Snap damit rechnen, im zweiten Quartal Belastungen in Höhe von zwischen 95 und 130 Millionen Dollar zu verbuchen. Diese Kosten fallen primär für Abfindungen, Vertragsauflösungen und weitere Abschreibungen an. Der Prozess der Stellenstreichungen soll sich aufgrund lokaler gesetzlicher Anforderungen, die eine Rollenauflösung erfordern, bis in das dritte Quartal und möglicherweise darüber hinaus erstrecken. Nach Einschätzung des Managements wird die Entlassungswelle die jährliche Kostenbasis des Unternehmens bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 um mehr als 500 Millionen Dollar senken. US-Mitarbeiter werden innerhalb der nächsten Stunde per E-Mail über die nächsten Schritte informiert, während das Team in Nordamerika angewiesen wurde, von zu Hause aus zu arbeiten. Diese Maßnahme markiert einen bedeutenden strategischen Wandel für das Unternehmen, da es versucht, sich angesichts wettbewerbsintensiver Märkte und veränderter Nutzergewohnheiten neu zu positionieren. Die Entscheidung spiegelt den breiteren Trend in der Tech-Branche wider, bei dem künstliche Intelligenz nicht nur als Werkzeug zur Produktverbesserung, sondern auch als Hebel zur drastischen Reduzierung von Personalkosten und zur Optimierung der betrieblichen Abläufe genutzt wird. Die Reaktion der Investoren auf diese Ankündigung deutet darauf hin, dass sie die Notwendigkeit dieser drastischen Schritte zur Sicherung der langfristigen Rentabilität erkennen und positiv bewerten.
