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vor 3 Monaten
Generative KI

Patreon-CEO fordert: KI-Firmen sollen Creator zahlen

Der CEO der Plattform für Creator-Abonnements Patreon, Jack Conte, fordert künstliche Intelligenz-Unternehmen dazu auf, unabhängige Schöpfer für die Nutzung ihrer Inhalte zu entschädigen. Conte kritisiert, dass die KI-Branche bei Lizenzvereinbarungen zwar mit traditionellen Medienunternehmen verhandelt, aber eine vergleichbare Infrastruktur für unabhängige Kreative fehlt. Er betonte in einem Interview, dass die Creator-Ökonomie, also die einzelnen Künstler, derzeit deutlich übersehen und übergangen wird. In einem Video-Statement erläuterte Conte seine Position: Große Tech-Konzerne hätten aktuell kaum Anreize, Einzelpersonen zu bezahlen. Daher befürwortet er staatliche Regulierungen, die Urheberrechte schützen und Kreative stärken, die ohne ausreichende Verhandlungsmacht dastehen. Die rechtliche Lage zur Künstlichen Intelligenz unter dem bestehenden Urheberrecht wird derzeit laufend geprüft. Ein relevantes Beispiel ist ein Urteil aus dem Jahr 2025 in Kalifornien, in dem ein Bundesgericht entschied, dass das Training von Modellen auf urheberrechtlich geschützten Büchern dann als fair use gilt, wenn das Material rechtmäßig erworben wurde. Dennoch einigte sich das betroffene Unternehmen Anthropic im Nachgang auf eine Abfindung von 1,5 Milliarden US-Dollar, nachdem festgestellt wurde, dass das Speichern gestohlener Bücher nicht unter diese Regelung fällt. In Washington wurde zudem im Januar ein parteiübergreifender Gesetzesentwurf eingebracht, der Transparenz bezüglich des Trainings von KI-Systemen auf geschütztem Material fordert. Conte betont, dass er nicht gegen die Technologie selbst sei. Patreon setzt intern bereits Tools von Anbietern wie Anthropic ein, um Kreativität und Selbstausdruck zu unterstützen. Er vergleicht den Nutzen von KI mit der Einführung von Synthesizern oder der Kinematografie, warnt jedoch davor, diese Technologie auf eine Weise einzusetzen, die eine Katastrophe für die kreative Welt bedeutet. Ein konkretes Kompensationsmodell existiert bisher noch nicht. Conte fragt, wie man Systeme schaffen kann, die ähnliche Anreize für neuartige Schöpfungen bieten wie das geistige Eigentum bisher. Als mögliche Vorlage nennt er das Content-ID-System von YouTube. Dieses erlaubt Urheberrechtinhabern, Videos mit ihren Inhalten zu erkennen, zu entfernen oder monetarisieren zu lassen. Conte skizziert zwei Möglichkeiten für Kreative: Entweder können sie ihre Arbeit vom Trainingsdatensatz ausschließen oder eine Vergütung erhalten, wenn ihr Werk genutzt oder repliziert wird, inklusive einer Anerkennung der Urheberschaft. Er räumt ein, dass die technische Umsetzung komplex ist, aber darauf hinweisen, dass die Menschheit bereits schwierigere Herausforderungen gemeistert hat. Die KI-Branche könnte dabei den Weg der Social-Media-Plattformen nachvollziehen, indem sie Schöpfer direkt für Lizenzen bezahlt oder umwirbt. Medienberichte deuten darauf hin, dass verschiedene Unternehmen bereits mit der Lizenzierung unveröffentlichter Inhalte von Künstlern beginnen. Auch Personalwechsel zeigen diese Richtung: OpenAI hat beispielsweise den früheren Leiter der Partnerschaften von Meta eingestellt, der für den Umgang mit Influencern verantwortlich war. Conte geht davon aus, dass sich in absehbarer Zeit ein Modell etablieren wird, das Künstler für ihre Arbeit fair vergütet.

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