Eridu steigt mit 200 Mio. $ aus der Stealth-Phase
Die KI-Netzwerk-Startup-Firma Eridu beendet ihre geheime Entwicklungsphase und kündigt eine gut überzeichnete Series-A-Finanzierungsrunde über 200 Millionen US-Dollar an. Die Finanzierung wurde von Socratic Partners, dem renommierten Risikokapitalgeber John Doerr und Matter Venture Partners angeführt. Damit hat das Unternehmen insgesamt 230 Millionen US-Dollar eingesammelt. Als Mitbegründer und CEO steht Drew Perkins an der Spitze des Unternehmens, der bereits seit den frühen Tagen des Internets im Bereich Computernetzwerke tätig ist. Perkins' Karriere reicht in die 1980er Jahre zurück, wo er maßgeblich an der Entwicklung des Point-to-Point Protokolls (PPP) beteiligt war, einer fundamentalen Komponente des heutigen Internet-Protokolls TCP/IP. Nach dem erfolgreichen Verkauf seines Unternehmens Lightera Networks für über 500 Millionen Dollar gründete er die Firma Infinera, die später für 2,3 Milliarden Dollar an Nokia verkauft wurde. Seine Erfahrung setzte Perkins auch nach jüngsten Unternehmungen wie der AR-Firma Mojo Vision fort. Ein entscheidender Wendepunkt entstand jedoch im Februar 2023, als Perkins in einer Diskussion mit OpenAI-CEO Sam Altman erkannte, dass der limitierende Faktor für KI-Fortschritte nicht nur der Mangel an Chips sei, sondern vielmehr die Art und Weise, wie diese Chips in riesigen Rechenzentren miteinander kommunizieren. Basierend auf dieser Erkenntnis gründete Perkins Ende 2023 gemeinsam mit Omar Hassen, einem Experten für Netzwerkchips, das Unternehmen Eridu. Das Team begann, Computernetzwerke von Grund auf neu zu durchdenken, wobei der Fokus auf der Silizium-Herstellung liegt. Eridu entwickelt spezialisierte Chips für KI, die Netzwerkfunktionen direkt integrieren, anstatt auf externe Netzwerkkomponenten zu setzen. Das ultimative Ziel ist der Verkauf kompletter Systeme, die in Rechenzentren für KI die traditionelle Netzwerkhardware ersetzen. Die derzeitige Architektur erfordert viele optische Verbindungen zwischen verschiedenen Boxen, was die Latenz erhöht und die Leistung verlangsamt. Eridu setzt auf On-Chip-Kommunikation, die den Bedarf an externen optischen Modulen reduziert. Da optische Komponenten oft die unzuverlässigsten Teile von Netzwerken sind, erhöht diese Architektur die Gesamtreliabilität. Gleichzeitig spart das System erhebliche Energie und senkt die Kosten. Perkins stellt fest, dass sich die Rechenleistung und der Speicherbandbreite von GPUs jährlich um etwa das Zehnfache verbessern, während herkömmliche Switches von Herstellern wie Broadcom oder Cisco nur alle zwei bis drei Jahre eine Steigerung von 20 bis 30 Prozent erreichen. Durch die Integration von Funktionen direkt in den Chip schließt Eridu diese Lücke. Die Finanzierungsrunder wurde von mehreren prominenten Investoren unterstützt, darunter Hudson River Trading, Capricorn Investment Group, MediaTek, Bosch Ventures und TDK Ventures. Ein besonderes Highlight ist die Beteiligung von VentureTech Alliance, einer Investitionsmaschinerie von TSMC, dem führenden Halbleiterhersteller. Wen Hsieh von Matter Venture Partners, der Perkins bereits aus früheren Zeiten kennt, spielte eine Schlüsselrolle bei der Einbindung von John Doerr, was einen weiteren Ansturm von Risikokapitalgebern auslöste. Perkins äußerte sich nicht über den genauen Unternehmenswert, bezeichnete ihn jedoch als angemessen für eine Series-A-Runde dieser Größenordnung. Das Unternehmen möchte sicherstellen, dass die 100 Mitarbeiter gut durch ihre Aktienoptionen profitieren. Sollte Eridu sein Versprechen einlösen, eine neue Generation an KI-gerechten Netzwerkchips zu liefern, könnte das Unternehmen eine zentrale Rolle bei dem wahrscheinlich größten Aufbau von Rechenzentren in der Geschichte spielen. Die Gründer verfügen über eine seltene und wertvolle Kombination aus tiefgreifender Branchenerfahrung und innovativem Weitblick, was für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens spricht.
