Molekulares Imaging reduziert Melanombiopsien
Molebiopsien könnten künftig seltener werden: Eine neue molekularbildgebende Technologie namens Skin Fluorescent Imaging (SFI), entwickelt von Orlucent, Inc., zeigt vielversprechende Ergebnisse bei der Früherkennung von Melanomen. Douglas Grossman, MD, PhD, Co-Leiter des Melanom-Zentrums am Huntsman Cancer Institute der University of Utah und Professor für Dermatologie, hat maßgeblich an der Entwicklung und Evaluation dieser Methode mitgewirkt. Die Ergebnisse einer Phase-2-Klinischen Studie wurden im Februar 2026 in der Zeitschrift JAAD International veröffentlicht. Die SFI-Technologie ermöglicht es, die molekulare Zusammensetzung von Hautläsionen nicht-invasiv zu analysieren, ohne Gewebe zu entnehmen. Dabei wird ein fluoreszierender Farbstoff auf die verdächtige Stelle aufgetragen, der sich an das Protein αvβ3 bindet – ein Marker für Tumorgrowth und Aggressivität. Mit einem handlichen Gerät werden anschließend fluoreszierende Bilder aufgenommen, die in Echtzeit durch ein maschinelles Lernmodell ausgewertet werden. In der Studie wurden 240 pigmentierte Läsionen untersucht, die bei Hautuntersuchungen als verdächtig eingestuft wurden. SFI konnte alle Fälle invasiver Melanome mit hoher Sensitivität erkennen und gleichzeitig zwischen harmlosen und atypischen Nävi unterscheiden, die möglicherweise präkanzerös sind. Dadurch könnte die Entscheidung, welche Läsionen tatsächlich biopsiert werden müssen, gezielter und sicherer getroffen werden. „Durch die frühzeitige Identifizierung molekularer Signale, die Melanome antreiben, kann SFI helfen, klare Entscheidungen zu treffen – und Patienten unnötigen Eingriffen ersparen“, sagt Grossman. Aktuell wird oft nach dem Prinzip „Wenn man zweifelt, entferne es“ vorgegangen, was zu einer hohen Zahl von unnötigen Biopsien führt, da viele frühe Melanome und atypische Nävi optisch schwer voneinander zu unterscheiden sind. Die Technologie ist besonders relevant für ländliche Regionen wie das Mountain West, wo die Melanom-Inzidenz hoch ist und der Zugang zu Dermatologen eingeschränkt ist. SFI könnte hier die Früherkennung verbessern und den Bedarf an Fachärzten reduzieren. Dennoch ist weitere Validierung erforderlich, bevor die Methode außerhalb klinischer Studien breit eingeführt werden kann. Experten sehen in SFI einen bedeutenden Fortschritt im Bereich der nicht-invasiven Krebsdiagnostik. Die Kombination aus molekularer Spezifität, maschinellem Lernen und handhabbarem Gerät macht die Technologie zu einem vielversprechenden Werkzeug für die Zukunft der Dermatologie.
