HyperAIHyperAI

Command Palette

Search for a command to run...

AI-Scan erkennt diabetische Augenerkrankung präzise in australischem Trial

Ein australischer Forschungsversuch hat gezeigt, dass ein automatisiertes KI-gesteuertes Augenkamera-System diabetische Augenerkrankungen mit einer Genauigkeit von über 93 % in nicht-ophthalmologischen Umgebungen zuverlässig erkennen kann. Die Studie, durchgeführt am Centre for Eye Research Australia und der Universität Melbourne in Zusammenarbeit mit der Hong Kong Polytechnic University, untersuchte über 860 Menschen mit Diabetes in Wartezimmern von Allgemeinmedizinern, Endokrinologen und einer Aboriginal Health Service in Melbourne und Westaustralien zwischen August 2021 und Juni 2023. Teilnehmer konnten während ihrer Wartezeit eigenständig Retinabilder mit einer tragbaren, KI-gestützten Kamera aufnehmen – ein Prozess, der auf einem Algorithmus basiert, der auf mehr als 200.000 von 21 Augenärzten bewerteten Bildern trainiert wurde. Die Ergebnisse wurden per QR-Code auf einem Ausdruck an die Patienten weitergegeben, die mit Verdachtszeichen auf eine Augenerkrankung direkt an einen Augenarzt weiterverwiesen wurden. Die Genauigkeit wurde anhand der Gold-Standard-Beurteilung durch Fachärzte überprüft. Die Ergebnisse, veröffentlicht im British Journal of Ophthalmology, zeigen, dass KI-gestützte Screening-Systeme nicht nur präzise sind, sondern auch in realen klinischen Alltagssituationen funktionieren – ein seltener Vorteil, da viele frühere Studien in kontrollierten Laborbedingungen stattfanden. Besonders aussagekräftig ist, dass die Technologie die Barriere für den Zugang zu Augenscreenings senkt, insbesondere in ländlichen und abgelegenen Gebieten, wo Augenärzte selten sind. Zudem spart sie Kosten, da keine ständige Anwesenheit eines Spezialisten erforderlich ist. Die Teilnehmer und Gesundheitsdienstleister zeigten hohe Zufriedenheit mit dem Verfahren, das Patienten die Möglichkeit bietet, ihre Augenuntersuchung mit anderen medizinischen Terminen zu kombinieren – eine wichtige Verbesserung, da Menschen mit Diabetes oft Augenuntersuchungen vernachlässigen. Die Forscher, darunter Associate Professor Lisa Zhuoting Zhu und Sanil Joseph, betonen, dass frühe Diagnose die Blindheit bei 90 % der Fälle verhindern kann. Doch weltweit sind mehr als 529 Millionen Menschen mit Diabetes betroffen, und viele haben keinen Zugang zu regelmäßigen Augenuntersuchungen. Die KI-Technologie könnte hier eine Schlüsselrolle spielen, um das Screening zu skalieren und zu vereinheitlichen. Die Studie identifizierte jedoch auch Verbesserungspotenziale, etwa in der Erkennung von leichteren Krankheitsstadien oder bei bestimmten klinischen Populationen. Experten sehen in der Technologie einen Meilenstein für die Prävention von Diabetes-bedingter Erblindung. „Dies ist ein klares Signal dafür, dass KI nicht nur ein Hilfsmittel, sondern ein integraler Bestandteil der Routineversorgung werden kann“, sagt ein Augenarzt aus dem Bereich der digitalen Gesundheit. Unternehmen wie Google Health und IDx haben bereits ähnliche Systeme entwickelt, doch die australische Studie ist besonders wichtig, weil sie in echten klinischen Settings validiert wurde. Die Integration solcher Technologien könnte die Gesundheitsversorgung effizienter, zugänglicher und kostengünstiger machen – ein entscheidender Schritt für eine nachhaltige Versorgung von chronischen Erkrankungen.

Verwandte Links

AI-Scan erkennt diabetische Augenerkrankung präzise in australischem Trial | Aktuelle Beiträge | HyperAI