Zoom stellt KI-Office-Suite vor
Zoom hat seine strategische Ausrichtung deutlich hin zu künstlicher Intelligenz verschoben und kündigt eine umfassende AI-Office-Suite sowie neue Meeting-Funktionen an. Seit dem Dienstag sind die hochrealistischen KI-Avatare nutzbar, die Nutzer in Online-Begegnungen vertreten können. Diese Avatare, die bereits im Vorjahr angekündigt wurden, imitieren nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch Mimik, Lippenbewegungen und Augenkontakt. Sie ermöglichen es Teilnehmern, an Besprechungen teilzunehmen, wenn sie nicht vor der Kamera bereit sind, und finden sowohl in Live-Meetings als auch in asynchronen Videomeldungen Anwendung. Um die Sicherheit zu gewährleisten, führt Zoom zusätzlich eine Technologie zur Erkennung von Deepfakes ein, die Teilnehmer bei Verdacht auf Audio- oder Video-Identitätsbetrug warnt. Parallel zu den Avataren stellt Zoom eine Reihe von KI-gestützten Office-Anwendungen vor, darunter KI-Dokumente, Präsentationen und Tabellenkalkulationen. Diese Tools sollen die Produktivität steigern, indem sie auf Basis von Meeting-Transkripten und Daten aus anderen Diensten automatisch Entwurfspapers erstellen. Die Funktionen stehen zunächst im Frühjahr in einer Vorschauversion zur Verfügung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung benutzerdefinierter KI-Agenten, die für technisch weniger versierte Anwender einfach durch natürliche Sprachbefehle erstellt werden können. Nach der Erstellung können diese Agenten in Chats erwähnt werden, um Aufgaben automatisch abzuwickeln. Die KI-Assistenten-Funktion AI Companion 3.0 ist nun auch in der Desktop-Anwendung verfügbar, nachdem sie im September bereits für das Web eingeführt wurde. Die monatlich aktiven Nutzer dieser Funktion haben im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht. Diese Intelligenz wird auch in der Mitarbeiter-Kommunikationsapp Workvivo integriert, wo sie über Schnittstellen zu gängigen Plattformen wie Slack, Salesforce, Gmail, Outlook und Jira Zugang zu verschiedenen Wissensdatenbanken bietet. Entwickler profitieren von aktualisierten APIs für Spracherkennung, Bildanalyse und Sprachverarbeitung, die sowohl lokal als auch in der Cloud bereitgestellt werden können. Zudem wurde das Chat-Erlebnis durch KI-gestützte Funktionen zur Zusammenfassung von Themen und Hervorhebung von Schlüsselinformationen verbessert. Zoom plant zudem, das Design über verschiedene Plattformen hinweg zu vereinheitlichen, um den Zugang zu KI-Tools wie Notizen, Transkriptionen und Meeting-Fragen auf Desktop, Mobilgeräten und im Web zu erleichtern. Der Schritt erfolgt in einem wachsenden Markt, in dem etablierte Unternehmen wie Canva und Salesforce-sowie Startups wie Context ebenfalls AI-first-Office-Software entwickeln. Der Fokus von Zoom liegt darauf, Arbeitsabläufe durch autonome Agenten zu optimieren und die Effizienz in virtuellen Teams durch intelligente Unterstützung signifikant zu steigern.
