Adobe Acrobat mit KI: Präsentationen, Podcasts und Textbearbeitung per Prompt
Adobe hat seine PDF-Software Acrobat erneut mit künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet und neue Funktionen vorgestellt, die die Bearbeitung, Zusammenarbeit und Inhaltsverarbeitung erheblich vereinfachen. Zentrales Feature ist die Möglichkeit, Dokumente mithilfe von Sprachprompts zu bearbeiten – Nutzer können beispielsweise „Entferne alle Seiten mit veralteten Daten“ oder „Ersetze den Begriff ‚Prototyp‘ durch ‚MVP‘“ eingeben. Die KI unterstützt insgesamt 12 Aktionen, darunter das Löschen von Text, Bildern, Kommentaren oder Seiten, das Ersetzen von Inhalten, das Hinzufügen von Passwörtern oder E-Signaturen. Diese Funktionen sind besonders nützlich für Nutzer, die große Dokumente schnell anpassen müssen, ohne manuell durch jedes Element zu scrollen. Ein weiterer großer Schritt ist die Integration von KI-generierten Podcasts. Nutzer können nun aus einem PDF-Dokument oder einem Adobe Space – einer gemeinsam nutzbaren Sammlung von Dateien und Notizen – einen Audiopodcast erstellen, der die wichtigsten Inhalte zusammenfasst. Dieser Podcast kann mit verschiedenen Stimmen und Stilen ausgestaltet werden, ähnlich wie bei Tools wie ElevenLabs oder Speechify. Die Funktion eignet sich ideal für das schnelle Teilen von Informationen, etwa in Teams oder bei Präsentationen. Zusätzlich kann man mithilfe von Textprompts präzise Präsentationen erstellen. Wenn ein Adobe Space beispielsweise Finanzdaten, Produktpläne und Wettbewerbsanalysen enthält, kann der Nutzer prompten: „Erstelle eine Pitch-Deck-Präsentation, die zeigt, warum unser Produkt besser ist als die Konkurrenz.“ Die KI generiert dann eine strukturierte, editierbare Präsentation mit Schlüsselpunkten, die man mit Adobe Express weiter anpassen kann – mit vorgefertigten Themen, Stock-Bildern oder eigenen Marken-Assets. Die Funktion konkurrenziert bereits bestehende Tools wie Canva oder NotebookLM, die ebenfalls Dokumente in Präsentationen umwandeln. Auch die Zusammenarbeit wird durch KI verbessert. Beim Teilen von Dateien in Spaces erhalten Empfänger nun automatisch KI-generierte Zusammenfassungen mit Quellenangaben, die exakt auf den jeweiligen Textabschnitt verweisen. Kollegen können direkt kommentieren, Inhalte ergänzen oder entfernen. Zudem kann man zwischen verschiedenen KI-Assistenten wählen – wie „Analyst“, „Instructor“ oder „Entertainer“ – oder einen eigenen Assistenten über einen eigenen Prompt erstellen. Industrielle Beobachter begrüßen die Erweiterungen als strategischen Schritt, um Acrobat zu einem zentralen KI-Portal für Dokumentenmanagement zu machen. Die Integration von Zusammenarbeit, KI-Generierung und Multimodalität (Text, Audio, Bild) macht Acrobat zu einem leistungsfähigen Werkzeug für Unternehmen, die schnell und präzise Inhalte erstellen und teilen wollen. Adobe positioniert sich damit klar im Wettbewerb mit Google, Microsoft und jungen Start-ups, die KI in Dokumenten- und Kommunikationswerkzeuge integrieren. Die Fähigkeit, komplexe Informationen aus verschiedenen Quellen in prägnante Formate wie Podcasts oder Präsentationen zu verwandeln, könnte den Arbeitsalltag vieler Nutzer grundlegend verändern.
